Schuldenkrise:Euro-Retter stellen Athen Hilfe für November in Aussicht
Griechenlands Geld reicht nur noch wenige Woche. Nach der Bildung einer Übergangsregierung soll das Land nun neue Hilfen bekommen - aber nur unter Bedingungen.
Griechenland wird nach einem Beschluss der Euro-Finanzminister erst nach einer schriftlichen Zusicherung der neuen Übergangsregierung, das vereinbarte Spar- und Reformprogramm umzusetzen, weitere Hilfskredite bekommen. Die beiden großen Koalitionsparteien müssten eine entsprechende Erklärung abgeben, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montag nach dem Treffen der Minister in Brüssel. EU-Währungskommissar Olli Rehn ergänzte, die sechste Tranche über acht Milliarden Euro könne dann voraussichtlich im Lauf des November freigegeben werden. "Es ist möglich, dass die sechste Tranche im Lauf des November freigegeben wird, wenn es eine klare unwiderrufliche Verpflichtung der neuen Regierung gibt", sagte Rehn.
Die Eurogruppe werde darüber womöglich in einer Telefonkonferenz vor Ende des Monats entscheiden, kündigte Juncker an. Bis zum Jahresende soll außerdem das zweite Hilfspaket für Griechenland stehen, das einen massiven Forderungsverzicht privater Gläubiger vorsieht. Dazu werde womöglich eine zusätzliche Sitzung in der dritten Dezemberwoche einberufen.
Juncker sagte, bis Dezember werde die Eurogruppe zudem die neuen Instrumente des EFSF endgültig auf den Weg bringen. Die Finanzminister gaben EFSF-Chef Klaus Regling den Auftrag, anhand eines detaillierten Konzepts mit Investoren und Rating-Agenturen über die beiden geplanten Optionen zur Hebelung der verfügbaren EFSF-Mittel zu beraten. Danach werde entschieden, ob beide Modelle - die teilweise Risikoabdeckung von Bondskäufern und ein Investmentfonds zum Aufkauf von Staatsanleihen - in die Tat umgesetzt werden sollten oder nur eines von beiden, sagte Regling.
Die europäische Schuldenkrise könnte nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark bereits im kommenden Jahr vorbei sein. "Ich denke, dass die Krise spätestens in ein bis zwei Jahren unter Kontrolle sein wird, wenn nicht sogar vorüber", sagte Stark am Montag bei einer Konferenz im schweizerischen Luzern. Stark hatte im September überraschend seinen Rücktritt aus dem Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) bis spätestens zum Jahresende angekündigt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dagegen am Wochenende vor der Erwartung gewarnt, die Schuldenkrise werde auf einen Schlag vorbei sein. Die Schulden seien über Jahrzehnte aufgehäuft worden, daher werde es "sicherlich eine Dekade dauern, bis wir wieder besser dastehen", erklärte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Video-Podcast.
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