Die Erfolgsaussichten der Alternativen erschienen Schäuble aber zum jetzigen Zeitpunkt deutlich kleiner. Der vereinbarte Weg mit einem Forderungsverzicht der privaten Gläubiger des Landes, weiteren Überbrückungskrediten der Staatengemeinschaft und nachprüfbaren Reformen in dem Land sei deshalb verantwortbar.
Die SPD warf der Bundesregierung vor, sie verschleiere die wahren Kosten der Rettung. Gleichwohl kann die Regierung am Montag im Bundestag mit breiter Zustimmung rechnen: Die Kosten einer Staatspleite werden auch bei SPD und Grünen höher eingeschätzt.
Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung" befürchten die Euro-Staaten für den Fall eines Regierungswechsels in Griechenland Kreditausfälle in Milliardenhöhe. Grund sei, dass noch vor der Parlamentswahl im April etwa 60 Mrd. Euro aus dem neuen Hilfspaket ausgezahlt werden müssten, berichtet das Blatt. In Meinungsumfragen zu der Wahl lägen aber linke Parteien vorn, die die Sparauflagen der Euro-Partner ablehnten und drohten, bereits überwiesene Darlehen nicht zurückzuzahlen. Ein Spitzenvertreter aus dem Kreis der Troika, zu der die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds, sagt laut Süddeutscher Zeitung: "Wenn nach den Wahlen die Kommunisten regieren, ist unser Geld größtenteils weg."
Athen startete unterdessen die historische Umschuldung. Das Land habe den privaten Gläubigern - Banken, Versicherern und Hedge-Fonds - ein entsprechendes Angebot vorgelegt, berichtete das griechische Finanzministerium. Der Tausch von Anleihen privater Investoren soll den griechischen Schuldenberg insgesamt um rund 100 Mrd. Euro erleichtern und ist ein zentraler Bestandteil des zweiten Rettungspakets im Volumen von 130 Mrd. Euro.
Der Internationale Bankenverband IIF rechnete mit einer hohen Beteiligung der privaten Investoren. Allerdings wollte sich Geschäftsführer Charles Dallara am Rande der G20-Finanzministerkonferenz in Mexico City nicht auf eine konkrete Quote festlegen.