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Merken   Drucken   26.01.2012, 18:37 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Euro-Staaten müssen Milliarden für Griechenland nachschießen

Seit ein paar Tagen steht faktisch fest: Hellas braucht noch mehr Finanzhilfe, weil es seine Finanzierungslücke aus eigener Kraft nicht schließen kann. Währungskommissar Rehn erklärt, wer das Loch stopfen soll: die Euro-Partner - oder Griechenland ist pleite.
© Bild: 2011 Bloomberg/Jock Fistick
Seit ein paar Tagen steht faktisch fest: Hellas braucht noch mehr Finanzhilfe, weil es seine Finanzierungslücke aus eigener Kraft nicht schließen kann. Währungskommissar Rehn erklärt, wer das Loch stopfen soll: die Euro-Partner - oder Griechenland ist pleite.
Für die Rettung Griechenlands sind nach Ansicht von EU-Finanzkommissar Olli Rehn weitere Hilfen der Euro-Staaten zwingend. Um wie geplant die Schuldenlast des schwer angeschlagenen Staates bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von derzeit gut 160 Prozent zu drücken, werde der derzeit verhandelte Forderungsverzicht der privaten Gläubiger nicht ausreichen, sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in Davos. Diese Lücke müssten die Euro-Staaten und die EU-Institutionen füllen.
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Seit Wochen wird über eine Entschuldung Griechenlands verhandelt. Das zweite Hilfspaket soll 130 Mrd. Euro umfassen. Angestrebt wird, dass private Gläubiger auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Laut Rehn kann das Defizit aber selbst dann nicht geschlossen werden, wenn es zu einer entsprechenden Einigung kommt.
Die EU-Finanzminister hatten kürzlich darauf hingewiesen, dass die Pläne angesichts schlechterer Konjunkturaussichten für Griechenland überdacht werden müssten. Das Land steht rund 350 Mrd. Euro in der Kreide. Wenn die privaten Investoren bereit wären, einen geringeren Zinssatz für neue griechische Anleihen zu akzeptieren, könnte die Schuldenlast Griechenlands bis 2020 auf 125 bis 127 Prozent des BIP gedrückt werden. Um die fehlenden fünf Prozentpunkte zu füllen, wäre ein zusätzlicher Betrag von 12 bis 15 Mrd. Euro erforderlich.
Rehn nannte keinen Betrag. "Wir bereiten ein Paket vor, das den Weg für eine nachhaltige Lösung freimacht", sagte Rehn. "Es wird dabei wahrscheinlich einen höheren Bedarf an öffentlicher Finanzierung geben, aber nichts Dramatisches." Die Regierung in Athen hatte kürzlich vor einer Finanzierungslücke gewarnt, sollten sich nicht genug private Gläubiger an einer Entlastung beteiligen.
Eine Einigung auf das zweite Rettungspaket stehe kurz bevor, berichtete. "Wir sind einem Abkommen zwischen der griechischen Regierung und dem privaten Sektor recht nahe." Er gehe davon aus, dass das Paket in den nächsten Tagen abgeschlossen werde, "vorzugsweise noch im Januar".
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich zuversichtlich. Die Gespräche seien auf einem guten Weg, sagte sie nach einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy in Berlin. Zu einer möglichen höheren Beteiligung der öffentlichen Hand wollte sich Merkel nicht äußern. Grundlage seien weiterhin die Absprachen vom Oktober, wonach private Geldgeber auf die Hälfte ihres Investments verzichten sollten.

Teil 2: Verhandlungen mit Banken fortgesetzt

  • Reuters, 26.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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