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Merken   Drucken   16.06.2011, 08:31 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: EZB-Mitglied für Verdoppelung von Rettungsfonds

Sollte Griechenland neue Hilfen bekommen, birgt das nach Ansicht des niederländischen Zentralbankchefs Wellink enorme Risiken für die Euro-Zone. Die bisherigen 750 Mrd. Euro für den Rettungsfonds dürften dann nicht mehr ausreichen.
EZB-Ratsmitglied Nout Wellink hält wegen der Griechenland-Krise eine Verdoppelung des europäischen Rettungsfonds auf 1500 Mrd. Euro  für erforderlich. Dies sei nötig, wenn es zu einer Beteiligung privater Investoren an einem neuen Hilfspaket für Griechenland kommen solle, sagte Wellink der niederländischen Zeitung "Het Financieele Dagblad".
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Außerdem bringe ein weiteres Rettungsprogramm viele Unsicherheiten mit sich. So könnten Irland und Portugal dem Beispiel Griechenlands folgen. Diese Ansteckungsrisiken müssten berücksichtigt werden, forderte der niederländische Notenbankchef. "Wenn Sie diese Risiken betrachten, müssen Sie ein Sicherheitsnetz aufbauen", argumentierte Wellink. "Es sollte sich auf 1500 Milliarden Euro belaufen, und es sollte mehr Flexibilität geben, wie das Geld ausgegeben werden kann."
Nach Bekanntwerden von Wellinks Äußerungen fiel der Euro auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,4113 Dollar.
In Griechenland protestierten gestern Tausende mit Demonstrationen und einem landesweiten Streik gegen die Sparpläne ihrer Regierung. In Athen lieferten sich Demonstranten Straßenkämpfe mit der Polizei und warfen Brandsätze auf das Finanzministerium. Zehntausende versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude.
Angesichts der Proteste und der Widerstände in seiner eigenen sozialistischen Partei bemühte sich Papandreou um Unterstützung der Opposition. Der konservative Parteichef Antonis Samaras aber verlangt dafür einen Wechsel an der Regierungsspitze. "Wenn ich das Problem bin, klebe ich nicht an meinem Stuhl", sagte Papandreou nach Angaben des Senders Net TV im Gespräch mit Samaras.
  • Reuters, 16.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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