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Merken   Drucken   27.01.2012, 09:28 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Griechen brauchen noch mehr Geld

Die Griechenlandkrise ist noch nicht ausgestanden. Währungskommissar Rehn erwartet einen höheren Deckungsbeitrag der Europäer als zunächst geplant. Die Euro-Staaten erwägen einen Sondergipfel.
© Bild: 2011 Getty Images/Stuart Dee
Die Griechenlandkrise ist noch nicht ausgestanden. Währungskommissar Rehn erwartet einen höheren Deckungsbeitrag der Europäer als zunächst geplant. Die Euro-Staaten erwägen einen Sondergipfel.
von Brüssel

Die Rettung Griechenlands wird für die Staaten der Euro-Zone voraussichtlich teurer als bisher geplant. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte am Donnerstag in Davos, für das geplante zweite Hilfspaket werde wohl ein etwas höherer Beitrag des öffentlichen Sektors nötig. Auch ein teilweiser Schuldenerlass durch die Europäische Zentralbank (EZB) und Kreditgeber wie Deutschland ist in der Diskussion.

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Das neue Griechenland-Problem wird möglicherweise auch Thema eines Treffens der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone am Montagabend sein. Ein solches Treffen unmittelbar nach dem offiziellen EU-Gipfel sei nicht ausgeschlossen, hieß es im Umfeld von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Allerdings sollen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy noch dagegen sträuben.

Der zusätzliche Bedarf an EU-Hilfen lenkt den Blick darauf, dass die Euro-Krise noch nicht durchgestanden ist. Viele EU-Politiker hatten angesichts leicht verbesserter Wirtschaftsdaten in einigen Ländern und niedrigerer Zinsen für Staatsanleihen aus Italien, Spanien und Frankreich zuletzt Optimismus verbreitet.

Bei Anlegern wachsen indes auch die Sorgen um Portugal. Die Renditen für fünf- und zehnjährige Papiere des Landes stiegen am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Analysten erwarten, dass auch die Regierung in Lissabon ein zweites Hilfspaket braucht. "Für Portugal wird die Lage nach der Zinseskalation der letzten Tage gefährlich", sagte der Ökonom André Sapir vom Thinktank Bruegel.

Weitere öffentliche Kredite für Griechenland werden offenbar nötig, obwohl sich die Banken bei den Verhandlungen über die geplante Umschuldung noch einmal bewegt haben. Der Bankenverband IIF ist nach Angaben aus EU-Kreisen bereit, die Forderung der Euro-Finanzminister zu erfüllen. Diese verlangen einen Durchschnittszinssatz von unter vier Prozent für Anleihen, die Kreditgeber nach dem geplanten Schuldenschnitt erhalten sollen. In griechischen Medien war von 3,75 Prozent die Rede. Die Verhandlungen wurden am Abend in Athen wieder aufgenommen.

Rehn sagte, er erwarte einen Abschluss in den kommenden Tagen. Trotzdem werde man "wahrscheinlich etwas mehr Geld benötigen, aber nichts Dramatisches", sagte Rehn. Zahlen nannte er nicht. Es könnte aber um 12 bis 15 Mrd. Euro gehen.

Teil 2: "Es gibt keine Pleite ohne Ansteckung"

  • Aus der FTD vom 27.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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