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Merken   Drucken   16.08.2012, 19:23 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Griechenland besorgt sich neuen Notkredit

Zum zweiten Mal in dieser Woche gibt die griechische Regierung kurzlaufende Geldmarktpapiere aus - im Volumen von insgesamt 5 Mrd. Euro. Sie muss es auch - denn bis Montag muss Athen einen milliardenschweren EZB-Kredit bedienen.
© Bild: 2012 DPA/Orestis Panagiotou
Zum zweiten Mal in dieser Woche gibt die griechische Regierung kurzlaufende Geldmarktpapiere aus - im Volumen von insgesamt 5 Mrd. Euro. Sie muss es auch - denn bis Montag muss Athen einen milliardenschweren EZB-Kredit bedienen.

Griechenland hat sich am Kapitalmarkt erneut Geld besorgt und sich damit eine Atempause verschafft. Der pleitebedrohte Staat lieh sich durch eine Versteigerung dreimonatiger Geldmarktpapiere 937,5 Mio. Euro. Das teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur PDMA am Donnerstag mit. Dafür wird ein durchschnittlicher Zins von 4,43 Prozent fällig. Damit hat sich Griechenland in dieser Woche insgesamt 5 Mrd. Euro von Anlegern geholt.

Schon am Dienstag besorgte sich die griechische Regierung 4,064 Mrd. Euro von Investoren. In einer Geldmarktauktion holte sich Athen einen kurzfristigen Kredit mit einer Laufzeit von nur 13 Wochen und einem Zinssatz von ebenfalls 4,43 Prozent. Das Geld kam vor allem von griechischen Banken - internationale Investoren meiden griechische Papiere.

Der Grund für die kurzfristigen Anleihaktionen: Griechenland muss bis kommenden Montag Schulden von auslaufenden Staatsanleihen an die Europäische Zentralbank EZB zurückzahlen. Bereits am 17. August werden 1,6 Mrd. Euro fällig.

Ein neues Sparpaket sollte beschlossen werden - die griechische Regierung hatte sich dafür selbst eine Deadline bis zum 20. August gesetzt. Denn nach dem Willen der internationalen Kreditgeber muss Athen erst einmal kräftig reformieren, sollen weitere Zahlungen in Höhe von 31,2 Mrd. Euro fließen. Innenpolitische Streitigkeiten verzögerten jedoch eine Einigung und Antonis Samaras' Regierung hatte Schwierigkeiten, dieser Forderung nachzukommen. Seit Juni haben die Geldgeber deshalb ihre Zahlungen gestoppt und Griechenland ist nicht mehr liquide, kann seine Schulden nicht ohne zusätzliche Kredite begleichen. Einen Vorschlag Athens, die Rückzahlungen an die Europäische Zentralbank von insgesamt 3,2 Mrd. Euro um einen Monat zu verschieben, hatte die EZB abgelehnt.

Zuletzt ein kleiner Hoffnungsschimmer

Bis 2014 soll Griechenland ein umfangreiches Reformprogramm umsetzen. Die Ziele: Sparen, Ausgaben senken, Schulden verringern - wenn möglich auf Wachstumskurs zusteuern. Schon jetzt ist absehbar, dass die Zeit nicht reichen wird. Ministerpräsident Antonis Samaras will deshalb eine Verlängerung der Frist bis 2016 durchsetzen und die angepeilten Ausgabenkürzungen seiner Regierung von 11,5 Mrd. Euro auf vier Jahre verteilen. Das ging in dieser Woche aus Dokumenten hervor, die der Financial Times vorliegen.

Zuletzt war die griechische Wirtschaft etwas langsamer geschrumpft - das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im zweiten Quartal nur um 6,2 Prozent zum Vorjahr. Im Zeitraum von Januar bis März waren es noch 6,5 Prozent, im letzten Quartal 2011 gar 7,5 Prozent.

  • FTD.de, 16.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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