Der Analyse zufolge dürfte die Verschuldung trotz aller Sparbemühungen und Hilfspakete von 160 Prozent nur auf 129 Prozent des BIP fallen. "Das Resultat entspricht nicht den Parametern der Vereinbarungen vom vergangenen Oktober", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen ungenannten EU-Politiker.
In dem Troika-Papier werden den Reuters-Angaben zufolge mehrere Möglichkeiten aufgelistet, um das Ziel von 120 Prozent zu erreichen. Diese sollten am Montag auf dem Euro-Finanzministertreffen diskutiert werden, in dem die Entscheidung über das zweite Rettungspaket für Helles fallen soll. Dazu gehöre ein höherer Schuldenschnitt für Privatinvestoren, der Wegfall von Zinsen bei bereits existierenden zwischenstaatlichen Griechenland-Krediten oder auch eine Erhöhung der Summe des Rettungspakets, um die 120 Prozent des BIP zu erreichen.
Auf dem Weg zu einem zweiten Hilfspaket sollen weitere Hindernisse aus dem Weg geräumt worden sein.
Nach Darstellung griechischer Regierungskreise haben sich die Troika und die Athener Regierung geeinigt, wie die geforderten Einschnitte von 3,3 Mrd. Euro in diesem Jahr vollständig belegt werden können. Bisher fehlten 325 Mio. Euro.
Die Nachrichtenagentur dpa meldete, Athen habe der Einrichtung eines Sperrkontos zugestimmt. Deutschland und Frankreichs hatten vorgeschlagen, ein solches Konto für die Hilfskredite einzurichten. Mit dem Geld darauf soll Griechenland nur Schulden und keine Staatsausgaben bezahlen dürfen. Das soll das Vertrauen der Investoren in die Zahlungsfähigkeit stärken, nachdem sie zu einem als freiwillig deklarierten Forderungsverzicht gedrängt wurden.
Die fehlenden Kürzungen von 325 Mio. Euro sollen zulasten der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst und der Staatsausgaben gehen. Nach einem Reuters-Bericht ist vorgesehen, dem Verteidigungsministerium 100 Mio. Euro zu entziehen. Weitere 90 Mio. Euro kämen durch vorgezogene Lohnkürzungen im Öffentlichen Dienst zusammen, sagte ein Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte. Der verbleibende Betrag werde durch Kürzungen in anderen Ressorts freigeschaufelt, darunter dem für Inneres, Arbeit und Gesundheit.