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Merken   Drucken   03.04.2011, 13:47 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: IWF gibt Griechenland offenbar verloren

Der Internationale Währungsfonds glaubt wohl nicht mehr an eine Sanierung Griechenlands und fordert eine Umschuldung. Mit schlimmen Folgen für die Gläubiger. Auch mögliche Alternativen würde sie teuer zu stehen kommen.
© Bild: 2010 Bloomberg
Der Internationale Währungsfonds glaubt wohl nicht mehr an eine Sanierung Griechenlands und fordert eine Umschuldung. Mit schlimmen Folgen für die Gläubiger. Auch mögliche Alternativen würde sie teuer zu stehen kommen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert einem Medienbericht zufolge eine baldige Umschuldung Griechenlands. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" meldet, zweifelt der IWF am Erfolg der Rettungsbemühungen für Griechenland und drängt auf eine baldige Umschuldung des Landes.
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Diese Forderung vertraten laut dem Magazin hochrangige Vertreter des Währungsfonds in den vergangenen Tagen bei Gesprächen mit Beamten europäischer Regierungen. Im IWF bahne sich damit ein Kurswechsel an. Der Fonds glaube offensichtlich selbst nicht mehr daran, dass sich das Land mit den bisherigen Lösungsversuchen sanieren lässt. Notwendig sei eine Verringerung der Schuldenlast von derzeit rund 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, argumentierten laut "Spiegel" die IWF-Vertreter gegenüber den Europäern.
Denkbar sei ein Schuldenschnitt, die Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen oder niedrigere Zinszahlungen. Alle drei Alternativen liefen darauf hinaus, dass Inhaber griechischer Staatsanleihen auf einen Teil ihrer Rendite verzichten müssen. Nach den Vorstellungen des IWF solle die griechische Regierung schon bald Gespräche mit ihren Gläubigern aufnehmen und ihnen die geplante Umschuldung mitteilen. Der IWF schrecke allerdings noch davor zurück, seine Überlegungen öffentlich zu machen, weil er fürchte, das ebenfalls angeschlagene Portugal dadurch in noch größere Schwierigkeiten zu bringen, berichtet der "Spiegel" weiter.
Der griechische Finanzminister, Giorgos Papakonstantinou, hatte ähnliche Gerüchte bereits dementiert. Die britische Zeitschrift "Economist" hatte berichtet, Griechenland, Irland und Portugal seien bereits bankrott und sollten eine Umschuldung in die Wege leiten. "Es gibt kein solches Thema", sagte Papakonstantinou am Samstag im griechischen Fernsehen (NET) . Auch der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagt immer wieder: "Wir werden jeden Cent zurückzahlen".
Die "Finanz-Atmosphäre" auf den Straßen in Athen ist aber nach Aussagen von Leuten, die alltäglich mit dem Markt zu tun haben, "miserabel". Flüssig ist nach den harten Sparmaßnahmen kaum ein Betrieb. "Die Umschuldung steht in der Luft, nur sie ist noch nicht sichtbar", sagte Nikos Wroussis, ein Finanz- und Steuerberater, der dpa. Wenn dies aber nur die griechischen Gläubiger betreffe, dann hätte das katastrophale Folgen für den Wohlstand vor allem der Rentner.
Am Freitag hatten neue Hiobsbotschaften die Griechen erreicht: Das klamme Land hat im Jahr 2010 eine Verschuldung von 10,6 Prozent der Wirtschaftsleistung gehabt. Bislang ging man in Athen von 9,4 bis 9,5 Prozent aus. Diese neuen Zahlen hatte das griechische Statistische Amt der Europäischen Statistikbehörde Eurostat übermittelt. Die endgültigen Werte werde Eurostat Ende April bekanntgeben.
Die Europäer und der IWF hatten ein Hilfspaket von insgesamt 110 Mrd. Euro geschnürt, um Athen vor dem Staatsbankrott zu retten. Nach Schätzungen der griechischen Finanzpresse müssen in den kommenden Monaten rund 1,7 bis 2 Mrd. Euro zusätzlich in Griechenland gespart werden.
  • dpa, 03.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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