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09.08.2011, 04:00
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Schuldenkrise:
Koalition will ans Gold der Defizitsünder
© Bild:
2011 reuters
Exklusiv
Die hohen Gold-Notierungen machen Koalitionspolitiker erfinderisch: Statt sich von den Partnern unter die Arme greifen zu lassen, könnten hochverschuldete Euro-Staaten doch zunächst einmal ihre eigenen Reserven auf den Edelmetallmarkt werfen, finden Politiker aus Union und FDP.
von Claudia Kade ,
Friederike von Tiesenhausen Berlin
und Mark Schrörs Brüssel
Der Höhenflug der Goldpreise hat in der schwarz-gelben Koalition neue Forderungen an die Defizitsünder in der Euro-Zone ausgelöst: Finanzexperten von CDU und FDP verlangten von Schuldenstaaten wie Italien und Spanien, die Goldreserven anzuzapfen. "Sie müssen ihre Haushalte in Ordnung bringen, dazu zählen Privatisierungen und damit auch die Auflösung ihrer Goldreserven", sagte der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Michael Fuchs der FTD.
"Ich halte den Verkauf von
Gold durch die Schuldenstaaten sowie die Hinterlegung ihrer Goldreserven als Sicherheit bei der EZB für eine Notwendigkeit", sagte der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. "Grundsätzlich sollten diese Länder ihre Vermögen aufbrauchen, bevor sie die Hilfe anderer anfragen."
Kursinformationen und Charts
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Gold
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1573,98 USD |
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Nach Ansicht Schäfflers hätte der Verkauf von Gold auch eine symbolische Wirkung für die aufgeregten Anleihemärkte: "Es wäre ein Signal, dass diese Länder es ernst meinen, weil sie auch auf ihre harten Reserven zurückgreifen." Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, schlug ebenfalls vor, die Goldreserven der hoch verschuldeten Euro-Staaten zur Besicherung einzusetzen.
Preise wecken Begehrlichkeit
Die Feinunze notierte Montagabend bei 1700 US-Dollar und hat sich damit in den vergangenen zwei Jahren im Wert fast verdoppelt. Italien besitzt nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds die viertgrößten Goldreserven weltweit - nach aktuellem Stand in einem Wert von rund 134 Mrd. Dollar.
Angesichts anhaltender Krisenmeldungen aus den Schuldenstaaten und herber Kursverluste an den Aktienmärkten weltweit wachsen in der schwarz-gelben Koalition in Berlin die Vorbehalte gegen weitere Milliardenhilfen an die Defizitländer - und zugleich die Rufe nach einer härteren Gangart in der Euro-Krise. Allerdings birgt ein Anzapfen der Goldreserven auch Risiken.
Teil 2: Notenbanken sind vorsichtig
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Aus der FTD vom 09.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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