Die Beschlüsse des Krisentreffens lassen die Ratingagentur kalt. Ebenso wie Konkurrent S&P will Moody's die Bonität der Euro-Länder neu berechnen. Finanzminister Schäuble hofft unterdessen, dass Großbritannien die Verträge doch noch abnickt.
Die Beschlüsse des EU-Gipfels gehen der Ratingagentur Moody's nicht weit genug. Das Krisentreffen habe kaum neue Lösungsansätze für die Schuldenkrise in der Euro-Zone hervorgebracht, teilte die Agentur mit. "An unserer Ansicht, dass der Zusammenhalt in der Euro-Zone gefährdet ist, hat sich nichts geändert." Die Bonitätsnoten der Länder der Währungsunion würden überprüft. Diese Überprüfung solle im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden.
Vor einer Woche hatte Moody's Konkurrent Standard & Poor's Deutschland und 14 weiteren Euro-Staaten mit einer Herabstufung gedroht. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet.
Schäuble setzt auf Briten
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich derweil zuversichtlich geäußert, dass Großbritannien den EU-Vertragsänderungen doch noch zustimmen könnte. "Ich hoffe, dass die Briten die offene Tür durchschreiten werden", sagte Schäuble der ARD. Die Vertragsänderungen würden so gestaltet, dass sie jederzeit in das europäische Regelwerk überführt werden könnten, sollte Großbritannien bereit sein, diese mitzutragen. Die Entscheidung müsse aber die Regierung in London treffen. Die Bundesregierung wolle, dass Großbritannien in der EU engagiert bleibe, sagte der CDU-Politiker. Trotz des Neins zu den EU-Vertragsänderungen ist Europa nach den Worten Schäubles nicht gespalten.
Zugleich drängte Schäuble auf eine schnelle Umsetzung der Gipfelbeschlüsse. Nun müsse verloren gegangenes Vertrauen in den Finanzmärkten zurückgewonnen werden.
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"Und deswegen dürfen wir uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern wir müssen das ganz schnell jetzt umsetzen." Die Fiskalunion werde "nicht ganz über Nacht, aber ich hoffe doch relativ schnell die Finanzmärkte in der Welt überzeugen", sagte der Minister im ZDF.
Auf dem Krisengipfel einigten sich die EU-Staaten am Freitag darauf, bis März neben dem Vertrag von Lissabon einen neuen Pakt mit strikteren Regeln zum Schuldenabbau und engerer wirtschaftspolitischer Koordination schließen. Der Sparverpflichtung der 17 Euro-Staaten schlossen sich neun der zehn Nicht-Euro-Länder in der EU an - einzig Großbritannien weigerte sich. Anschließend wurden Forderungen nach einem Austritt des Landes aus der EU laut.
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