FTD.de » Politik » Europa » Neue Schockwelle für die Euro-Zone

Merken   Drucken   26.11.2011, 11:33 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Neue Schockwelle für die Euro-Zone

Griechenland fordert überraschend ein höheres Zugeständnis der Privatwirtschaft. Zugleich entbrennt ein Streit über den ständigen Rettungsschirm der Währungsunion. Standard&Poor's ärgert Belgien - und um Spanien gibt es neue Krisengerüchte.
© Bild: 2011 Reuters/ERIC GAILLARD
Griechenland fordert überraschend ein höheres Zugeständnis der Privatwirtschaft. Zugleich entbrennt ein Streit über den ständigen Rettungsschirm der Währungsunion. Standard&Poor's ärgert Belgien - und um Spanien gibt es neue Krisengerüchte.
Im Kampf um den Euro haben sich überraschend neue Fronten aufgetan. Griechenland will die privaten Gläubiger nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters stärker zur Kasse bitten als bislang geplant. Athen fordert Nachlässe von 75 Prozent. Die Banken bestehen auf den vereinbarten 50 Prozent. Reuters berief sich auf mehrere Insider und zitierte einen mit den Worten: "Die Frontlinien sind damit klar gezogen."
Wie pleitegefährdet ist Italien?

 

Wie pleitegefährdet ist Italien?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Zugleich brach unter den Euro-Staaten Streit über die Beteiligung privater Gläubiger an der Entschuldung von Krisenländern im Rahmen des geplanten permanenten Rettungsfonds ESM aus, der das schon aktive Schutzschild EFSF Mitte 2013 dauerhaft ablösen soll. Frankreich und andere Länder dringen darauf, die auf Druck Deutschlands ins ESM-Konzept aufgenommenen Klauseln für eine geordnete Umschuldung von Staaten in akuter Finanznot (Collective Action Clauses) zu kippen. Diese Option war im Frühjahr nach langem Streit beschlossen worden.
Standard&Poor's schockte Belgien, das zum Kerngebiet der Euro-Zone gehört. Die Ratingagentur stufte die Kreditwürdigkeit des deutschen Nachbarn herab. Als Gründe für den Schritt nannte S&P Risiken für die Banken, eine Bedrohung der exportorientierten Wirtschaft sowie das politische Durcheinander. Die Einstufung lautet nun "AA" nach zuletzt "AA+". Das ist immer noch die drittbeste Note bei der Agentur und damit für Anleger im unbedenklichen Bereich. Der Ausblick ist allerdings negativ, was heißt, dass mit einer weiteren Herabstufung in absehbarer Zeit gerechnet werden muss, wenn sich nichts ändert.
Die Möglichkeiten der belgischen Regierung, den hohen Schuldenstand zu reduzieren, seien begrenzt, befanden die Bonitätswächter unter dem Hinweis, dass das Land seit Monaten keine vom Parlament gebilligte Regierung hat. Zudem bestehe die Gefahr, dass Belgien mehr Milliarden in die Rettung seiner Banken stecken müsse als derzeit absehbar. Die belgisch-französische Dexia ist das erste Institut, das als Folge des Euro-Desasters mit zig Milliarden aus den Staatskassen beider Länder vor dem Abgrund bewahrt werden muss.
Zudem deutet sich nach Angaben aus dem Umfeld der künftigen Regierungspartei Spaniens an, dass das Land Rettungshilfen entweder beim EFSF oder beim Internationalen Währungsfonds (IWF) beantragen könnte. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte eine den Konservativen nahestehende Person laut Reuters. "Aber es ist eine der Optionen, die auf dem Tisch liegen." Wenn man diesen Weg gehe, sei es politisch klug, sich dazu schnell und unabhängig durchzuringen, anstatt erst auf den Druck der Finanzmärkte zu reagieren. "Wenn wir es tun müssen, müssen wir es jetzt tun", sagte der Insider Reuters zufolge. Spanien muss derzeit enorme Zinsen zahlen, um seine Anleihen an den Mann zu bringen.

Teil 2: Lage in Europa ist "sehr besorgniserregend"

  • Reuters, 26.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote