Die EU-Staaten wollen im Kampf gegen die Schuldenkrise auch die Konjunktur ankurbeln. Dafür beschlossen sie Eckpunkte zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung. Dabei setzen sie an drei Stellen an: beim Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit, der Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie dem Abbau von Hürden im europäischen Binnenmarkt.
Geld aus EU-Strukturfonds soll stärker für die Förderung kleiner Firmen eingesetzt werden, Geld aus dem EU-Sozialfonds soll Praktikums- und Arbeitsplätze für Berufsanfänger finanzieren. Neue Milliarden wird es für die Umsetzung der Pläne nicht geben. Die EU-Kommission und die Europäische Investitionsbank wollen Anleihen - sogenannte Projektbonds - vorbereiten, um EU-kofinanzierte Vorhaben sicherzustellen.
Derzeit sind in den EU-Strukturfonds noch 82 Mrd. Euro vorhanden, die bisher nicht für konkrete Projekte vorgesehen sind. Dabei handelt es sich um 50 Mrd. Euro aus dem Regionalfonds, 22 Mrd. Euro aus dem Sozialfonds und 10 Mrd. Euro aus dem sogenannten Kohäsionsfonds. Bei der Vergabe der Mittel soll an den jeweils für einzelne Staaten vorgesehenen Beträgen festgehalten werden - eine Verschiebung von Geld zwischen Staaten sei nicht vorgesehen.
Staaten mit einer Jugendarbeitslosigkeit von mindestens 30 Prozent können Hilfe bei der Suche nach förderungswürdigen Projekten in Anspruch nehmen. Das sind Estland, Griechenland, Italien, Portugal, die Slowakei, Spanien, Lettland und Litauen. Ein zweiter Förderschwerpunkt sollen mittelständische Unternehmen sein.
Die EU-Kommission will auch, dass Projekte künftig zu 95 statt bisher nur zu 85 Prozent gefördert werden können. Dies soll es vor allem Staaten in großer Finanznot erleichtern, Geld aus den EU-Kassen zu bekommen. Projekte dieser Art sind Mischfinanzierungen. Bringen die Länder ihren Eigenanteil nicht auf, gibt es von der EU kein Geld.