Der Kapitalmarkt erhöht den Wetteinsatz, dass Spanien Hilfen von der Euro-Zone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bekommt. Die Rendite für dreijährige iberische Staatsanleihen nähert sich rasant dem Rettungszins. Am Mittwoch lag sie nur noch 134 Basispunkte unter dem Satz, zu dem die Gemeinschaft Notkredite vergibt. Wenige Tage zuvor hatte die Differenz noch bei minus 198 Basispunkten gelegen.
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750 Mrd. Euro stellen die Euro-Zone und der IWF zur Rettung europäischer Länder bereit. Für die Hilfen wird ein Zinssatz fällig, der ungefähr bei fünf Prozent liegt. Für Darlehen der Euro-Zone berechnet er sich aus dem Swap-Satz plus 350 Basispunkten. Das sind momentan 5,06 Prozent. Die spanischen Anleihen bewegen sich auf dieses Niveau zu. Die Botschaft: Liegt die Rendite Spaniens über dem Rettungssatz, lohnt sich ein Antrag auf Nothilfen.
Am Mittwoch kletterten die Renditen für zwei-, drei- und zehnjährige Papiere um 23, 20 und 12 Basispunkte. Sie liegen damit bei 3,33, 3,72 und 4,85 Prozent. Parallelen gibt es: Im Januar kletterten die Risikoaufschläge für Griechenland. Die Differenz vom Rettungssatz zum hellenischen Zins fiel unter die Schwelle von 150 Basispunkten. Ab dann dauerte es nur noch zehn Tage, bis die Rendite für Griechenland über dem Rettungssatz lag.
Spanien wehrt sich seit Tagen gegen Spekulationen, wegen der Probleme seiner Banken Hilfen von der Euro-Zone und dem IWF zu erbitten. Zuerst die FTD, dann auch die "FAZ" und die "Süddeutsche Zeitung" hatten berichtet, dass in Brüssel entsprechende Vorbereitungen für den Notfall getroffen werden.
Jetzt springen auch die heimischen Medien auf das Thema an. Es werde an einer Kreditlinie von bis zu 250 Mrd. Euro gearbeitet, berichtete die Zeitung "El Economista" am Mittwoch unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Ein Sprecher der EU-Kommission bezeichnete den Bericht als "sehr bizarr". "Ich kann dies deutlich zurückweisen", sagte er.
Dem Zeitungsbericht zufolge wurde das Thema bei einer Sondersitzung des IWF-Rates diskutiert. Ziel sei es, einen Rettungsplan wie für Griechenland zu vermeiden. Ein Sprecher der spanischen Regierung sagte am Dienstag, die für Freitag angesetzten Gespräche zwischen der spanischen Regierung und IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hätten mit Medienberichten nichts zu tun, nach denen das Land eine Hilfe wie zuvor Griechenland anstrebt.
Teil 2: Nächster Vertrauenstest steht an