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Merken   Drucken   02.09.2012, 11:56 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Spanien legt Fahrplan für Fiskalunion mit Eurobonds vor

Bis 2018 könnte eine europäische Währungsunion verwirklicht werden - wenn es nach den Plänen von Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy geht. Die Führungsverantwortung auf dem Weg zur Fiskalunion soll Angela Merkel übernehmen.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat einen dreistufigen Fahrplan zur Verwirklichung einer Fiskalunion mit Eurobonds vorgeschlagen. Bis 2013/14 sollten die Euro-Länder Maßnahmen treffen, um die steuerlichen und wirtschaftlichen Konvergenzkriterien sowie alle Auflagen des Europäischen Rats zu erfüllen, sagte Rajoy der "Bild am Sonntag". In einem zweiten Schritt bis 2015/16 müsse eine europäische Haushaltsbehörde zur Kontrolle der nationalen Budgets geschaffen werden. In dieser Phase sollte die überwiegende Schuldenaufnahme durch die Nationalstaaten erfolgen, Eurobonds könnten aber bereits begeben werden. In einer dritten Phase bis 2017/18 könnten dann verbindliche Haushaltsziele für den gesamten Euro-Raum beschlossen werden und gemeinschaftliche Anleihen ausgegeben werden, schlug der Regierungschef vor, dessen Land unter enorm hohen Refinanzierungskosten leidet.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat einen Fahrplan für ...   Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat einen Fahrplan für die Fiskalunion vorgelegt (Archivbild)

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten beim Gipfel im Juni vereinbart, bis zum Jahresende einen Fahrplan zum Aufbau einer "echten Währungsunion" zu entwerfen. Bausteine dazu sind eine Fiskalunion mit einer stärker verzahnten Haushaltspolitik und gemeinsamen Finanzierungsinstrumenten, eine Bankenunion mit gemeinsamer Aufsicht und eine bessere demokratische Kontrolle.

Der spanische Regierungschef verlangte entschiedene Schritte, um die Differenzen bei den Zinssätzen für Staatsanleihen zu verringern. "Eine Währungsunion kann nicht funktionieren, wenn sich manche Länder zu negativen Zinssätzen finanzieren, während andere untragbar hohe Zinsen aufbringen müssen." Rajoy fügte hinzu: "Die gegenwärtige Situation lässt sich nicht über einen längeren Zeitraum durchhalten."

Rajoy forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, weitere Führungsverantwortung bei der Reform der Währungsunion zu übernehmen. "Frau Merkel ist eine Regierungschefin mit einer unglaublichen Solidität. Als deutsche Bundeskanzlerin hat sie eine Führungsrolle bei der Lösung der drängenden Probleme beim Euro und der europäischen Integration. Dazu ist sie nach meinem Eindruck bereit." Merkel soll mit Rajoy demnächst zu Beratungen zusammenkommen.

  • Reuters, 02.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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