In Spanien bekommt die Protestbewegung gegen den Sparkurs der Regierung neuen Zulauf. Hunderte Arbeitslose, die zu Fuß Hunderte Kilometer liefen, um die Hauptstadt Madrid zu erreichen, schlossen sich am Wochenende den Protesten an. Sie kamen aus Andalusien, dem nördlichen Katalonien und anderen Regionen des krisengeschüttelten Landes, in dem fast jeder Vierte ohne Arbeit ist.
Für die Nacht war ein Marsch zum zentralen Madrider Platz Puerta del Sol geplant, der zum Mittelpunkt der Demonstrationen gegen die Sparpolitik von Ministerpräsident Mariano Rajoy geworden ist. Anhänger der Protestbewegung namens "Indignados" ("die Empörten"), die seit einem Jahr regelmäßig Sit-Ins auf dem Puerta del Sol organisiert, schlossen sich den Demonstranten an.
Vor zwei Wochen hatte die Regierung von Rajoy ein Paket verabschiedet, das neue Einsparungen in Höhe von 65 Mrd. Euro vorsieht. Dazu gehören auch Kürzungen bei der Arbeitslosenhilfe. Spanien hat seine Euro-Partner um bis 100 Mrd. Euro gebeten, um die strauchelnden Banken zu stützen und muss im Gegenzug, weitreichende Reformen umsetzen.