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Merken   Drucken   18.08.2009, 14:07 Schriftgröße: AAA

Seefahrtkrimi: Geheimdienst hält "Arctic"-Crew versteckt  

Nach der angeblichen Verhaftung von acht mutmaßlichen Entführern des Frachters verhindert der russische Geheimdienst den Kontakt zu den geretteten Seeleuten. Es stellt sich die Frage: Ist wirklich nur Holz an Bord?
Bei der Befreiung des wochenlang verschollenen Frachters "Arctic Sea" haben russische Sicherheitskräfte acht Piraten festgenommen. Die mutmaßlichen Schiffsentführer stammten aus Russland, Estland und Lettland, sagte der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow nach Angaben der Agentur Itar-Tass am Dienstag. Die russische Schwarzmeerflotte hatte das Schiff mit den 15 russischen Seeleuten an Bord am Montag in der Nähe des westafrikanischen Inselstaats Kap Verde befreit.
Angehörige der geretteten Seeleute und die russische Seefahrergewerkschaft beklagten am Dienstag, dass der russische Geheimdienst weiter den persönlichen Kontakt verhindere. Die Crew sollte auf die Kapverden-Insel Sal gebracht und von dort nach Russland geflogen werden, hieß es am Dienstag. "Ich weiß bisher nur aus den Nachrichten von der Befreiung", sagte Jelena Sarezkaja, die Ehefrau des "Arctic Sea"-Kapitäns Sergej Sarezki. Über den Verbleib der Männer war zunächst nichts bekannt. Die Gewerkschaft forderte, die Seeleute umgehend nach Hause zu fliegen. Die finnische Polizei konnte die Festnahme der Piraten am Dienstag nicht bestätigen.
Die internationale Zusammenarbeit in dem mysteriösen Fall sei zwar bis zum Auffinden des angeblich mit Holz beladenen Schiffs "sehr gut" gewesen, sagte Polizeisprecher Rabbe von Hertzen der Deutschen Presse-Agentur in Helsinki. Doch funktioniere die Kooperation nicht "Minute für Minute". An der Befragung der Seeleute sei die finnische Polizei ebenfalls nicht beteiligt gewesen.
Die verdächtigten Piraten hatten die "Arctic Sea" laut Serdjukow bereits am 24. Juli vor der schwedischen Küste in der Ostsee in ihre Gewalt gebracht. Nach seiner Darstellung hatten sich zwei Russen, zwei Letten und vier Esten der "Arctic Sea" in einem Schlauchboot genähert und unter dem Vorwand, in Seenot zu sein, die Besatzung um Hilfe gebeten. Das berichtete Serdjukow dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew unter Berufung auf Ermittler.

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