Der italienische Ministerpräsident
Silvio Berlusconi hält den Bankrott eines Staats der Euro-Zone für unwahrscheinlich. "Ich glaube nicht, dass das möglich ist", sagte Berlusconi der "Bild"-Zeitung. Schließlich habe die Europäische Union bis jetzt allen kriselnden Staaten einschließlich Ungarns geholfen. "Es liegt in unserem Interesse, dass kein Staat bankrott geht", fügte der italienische Regierungschef und amtierende G8-Vorsitzende hinzu.
In den vergangen Wochen wurde bereits über mögliche Staatspleiten spekuliert, was die Gemeinschaftswährung unter Druck gesetzt hat. Griechenland, Irland und Italien müssen mittlerweile zwei bis drei Prozentpunkte höhere Zinsen als Deutschland anbieten, um Abnehmer für ihre Staatsanleihen zu finden. Dadurch steigen ihre Refinanzierungskosten.
Der Internationale Währungsfonds sprach sich für eine gemeinsame Euro-Anleihe aus, um die Länder mit geringerer Bonität zu entlasten. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hält eine gemeinsame Anleihe für eine Möglichkeit. In seinem Ministerium werden aber auch andere Varianten durchgespielt.
Berlusconi beklagte, es sei nicht gelungen, Europa parallel zur Wirtschaftsunion eine starke politische Dimension zu geben. "Die einzige der politischen Dimension gleichzusetzende Infrastruktur ist der Stabilitäts- und Wachstumspakt." Die gegenwärtige Krise kann nach seinen Worten nur durch weltweit abgestimmtes Handeln bewältigt werden. Die Krise sei nicht zufällig entstanden, sondern von Menschen gemacht. Es komme darauf an, gemeinsam und aufeinander abgestimmt zu handeln.