FTD.de » Politik » Europa » Sozialdemokraten siegen bei Wahlen in Tschechien

Merken   Drucken   16.06.2002, 20:39 Schriftgröße: AAA

Sozialdemokraten siegen bei Wahlen in Tschechien  

Präsident Vaclav Havel dürfte die tschechischen Sozialdemokraten nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl mit der Regierungsbildung beauftragen. Parteichef Vladimir Spidla, dessen Partei CSSD 30,2 Prozent der Stimmen gewann, strebt eine Koalition mit dem liberalen Bündnis aus Christdemokraten und der Freiheitsunion an, das 14,3 Prozent der Stimmen holte. von Andrzej Rybak, Berlin
Die Koalition würde zwar nur eine hauchdünne Mehrheit von 101 von 200 Parlamentsmandate haben, was die Stabilität der künftigen Regierung ernsthaft gefährden könnte. Für diese Variante spricht allerdings die programmatische Ähnlichkeit in mehreren Schlüsselfragen wie etwa dem EU-Beitritt. Schon vor den Wahlen haben sich alle drei Parteien für eine Zusammenarbeit ausgesprochen.
Die Koalition wird in der Wirtschaftspolitik allerdings keine leichte Aufgabe haben. Denn die Sozialdemokraten haben im Wahlkampf vieles versprochen, wofür es im Haushalt kein Geld geben dürfte. In diesem Jahr dürfte das Haushaltsdefizit mit 1,75 Mrd. Euro bei sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.
So hat die CSSD die Erhöhung der Renten und der Löhne und den Ausbau des Mieterschutzes versprochen. Sie will jungen Ehepaaren zu günstigen Krediten verhelfen und das Kindergeld erhöhen, um die Geburtenrate zu fördern. Rund 200.000 Arbeitsplätze will Spidla in der kommenden Legislaturperiode schaffen und damit die Arbeitslosigkeit halbieren. Sie liegt heute bei neun Prozent. Woher das Geld für all die Leistungen kommen soll, bleibt unklar. Zudem lehnen die Sozialdemokraten die Einführung von Hochschulgebühren oder die Eigenbeteiligung an Gesundheitskosten kategorisch ab.
Der Chef der Bürgerpartei ODS, Vaclav Klaus, hält das sozialdemokratische Wirtschaftsprogramm schlicht und einfach für "nicht finanzierbar". Die ODS, die im Wahlkampf mit nationalistischen und antieuropäischen Parolen auf Stimmenfang ging, hat allerdings mit 24,5 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis bei Parlamentswahlen seit der Teilung der Tschechoslowakei 1993 erzielt. Klaus räumte noch am Samstag die Niederlage ein und schloss seinen Rücktritt nicht aus.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • FTD, 16.06.2002
    © 2002 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Wulff-Affäre: Menschen im Hotel

    Die Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff grenzten zuletzt ans Lächerliche, die neuen tun es nicht: Sie legen den Verdacht einer Vorteilsnahme nahe. Es könnte eng werden. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote