Die Regierung des Fürstentums hat für Donnerstag eine Pressekonferenz angekündigt. Dort wollen sich Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und Regierungschef Otmar Hasler zur "internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Steuerkriminalität sowie zur Wahrung des Bankgeheimnisses" äußern.
Das Fürstentum steht international als Steueroase am Pranger. Zuletzt hatte die EU den Ton gegenüber dem Ministaat verschärft. Wie die Schweiz steht Liechtenstein unter Beschuss, da die EU und die USA schärfer gegen Steuerflüchtlinge vorgehen. Erst vor Kurzem hatte die Schweizer Großbank UBS Kundendaten an die US-Behörden ausgehändigt.
Am Dienstag hatte die LGT Bank des Fürstenhauses den Verkauf ihres Treuhandgeschäfts bekannt gegeben, um ihr Image aufzupolieren. Über die Stiftung hatten ausländische Millionäre ihr Geld vor dem Fiskus des Heimatlandes in Sicherheit gebracht.
Die EU-Finanzminister wollen Sanktionen gegen Länder verhängen, die bei der Finanzmarktaufsicht und bei Steuervergehen nicht kooperieren. Das ist eine der Punkte einer Erklärung für das G20-Finanzministertreffen am Wochenende in London. Gedacht werde beispielsweise an ein Verbot von Finanzprodukten aus diesen Ländern.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) begrüßte das EU-Vorgehen. "Wenn man billigend in Kauf nimmt, Modelle zu haben, die zu Steuerhinterziehung und -betrug einladen, dann betrifft das die Souveränität der Bundesrepublik Deutschland." Berlin hat besonders "Steueroasen" in Europa wie Liechtenstein im Visier.