Asselborn warf Berlin und Paris indirekt Erpressung vor. Deutsche und Franzosen hätten gesagt: Wir garantieren 50 Prozent des 750-Milliarden-Pakets zum Schutz des Euro. "Wenn ihr den Lissabonner Vertrag nicht ändern wollt, werden wir nach 2013 nicht mehr zur Verfügung stehen", stehe als Drohung im Raum. "Wenn man mit dieser Keule vorgeht, dann sind alle Länder, die Probleme haben, sehr stark unter Druck." Ein Stimmrechtsentzug sei ein Rückfall ins 19. Jahrhundert. Staaten würden gestraft und erniedrigt. "Der europäische Geist funktioniert nicht mit einem Zweitaktmotor", sagte Asselborn.
Im Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels Ende der Woche in Brüssel fehlt bisher ein Passus über die von Deutschland und Frankreich. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters enthält das Dokument lediglich eine Reihe von Vorschlägen, die bereit von den EU-Finanzministern abgesegnet worden seien.
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erwartet schwierige Verhandlungen. "Das wird nicht einfach", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Wir werden hier noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen", sagte Brüderle. Umso wichtiger sei es, dass Frankreich dafür gewonnen worden sei.