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Merken   Drucken   15.08.2009, 17:16 Schriftgröße: AAA

Suche nach vermisstem Schiff: Lösegeldforderung für "Arctic Sea"  

Widersprüchliche Meldungen über den verschwundenen Holzfrachter. Das Boot befand sich nach FTD-Informationen nordwestlich der Inselgruppe Kap Verde. Nun gibt es angeblich sogar Signale aus der Biskaya. von Fidelius Schmid (Brüssel) und Friederike von Tiesenhausen (Berlin)
Für den vor mehr als zwei Wochen unter mysteriösen Umständen verschwundenen Frachter "Arctic Sea" ist nach Angaben der finnischen Polizei eine Lösegeldforderung gestellt worden. Die Forderung sei der finnischen Reederei zugegangen, sagte Markuu Ranta-Aho von der Nationalen Ermittlungsbehörde am Samstag dem Radiosender YLE. Es handele sich um "einen größeren Geldbetrag". Nähere Einzelheiten nannte er nicht.
Über den Verbleib der "Arctic Sea" gibt es inzwischen mehrere Angaben. Der Frachter war am Freitag zwischen 720 und 840 Kilometer nordwestlich der Inselgruppe Kap Verde vor der Westküste von Afrika gesichtet worden. Das teilten sowohl der Generaldirektor für Verteidigung des Landes, Pedro Reis, als auch das französische Verteidigungsministerium mit. Beide bestätigten damit einen Exklusivbericht der FTD. Die "Arctic Sea" befand sich am frühen Freitagmorgen nordwestlich der Insel Sao Antao.
Inzwischen wurde das von russischer Seite dementiert. Der kapverdische Generalstabschef habe ihn davon unterrichtet, dass lediglich ein der "Arctic Sea" ähnelndes Schiff entdeckt worden sei, sagte der russische Botschafter in Kap Verde, Alexander Karpuschin, laut der Nachrichtenagentur Interfax dem russischen Fernsehen.
Eine russische Marine-Website meldete am Samstag, ein Signal der "Arctic Sea" sei aus der Biskaya empfangen worden. Die französische Marine dementierte dies jedoch umgehend und erklärte, das Signal sei von russischen Kriegsschiffen gekommen.
Russland Nato-Botschafter Dmitri Rogosin hatte zuvor zur FTD gesagt, er könne keine Details über den Verbleib der "Arctic Sea" nennen. "Die Situation ist dramatisch genug." Über die Verfassung der 15 russischen Besatzungsmitglieder war zunächst nichts bekannt.
Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter war auf dem Weg von Finnland in den algerischen Hafen Bejaia. Dort wurde die "Arctic Sea" am 4. August erwartet. Er kam nie an. Seit Tagen ist die Aufregung groß, bislang war unklar, wo das Schiff abgeblieben ist.

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