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Ökonomen rechnen zudem mit einer einsetzenden Kapitalflucht nach Deutschland. Die Folge wäre eine massive Aufwertung der neuen D-Mark - je nach Schätzung um bis zu 50 Prozent. Gift für deutsche Exporteure, ihre Ausfuhren würden wohl einbrechen.
Der wohl heftigste Effekt droht aber von den Finanzmärkten. "Das europäische Finanzsystem ist so eng verflochten, dass eine Auflösung des Euro nur schwer praktikabel wäre", sagt Michael Schröder, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. So müssten beispielsweise Auslandsforderungen teils in schwächere Währungen umgerechnet werden. Abschreibungen bei Banken wären das Ergebnis. Europas Bankensektor könnte kollabieren. "Einen Ausstieg aus einer Währungsunion kann man nicht reibungslos gestalten", warnt der Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier. "Viele deutsche Vermögenswerte würden zerstört werden." Enorme Turbulenzen wären die Folge.
Der Zusammenbruch des Euro wäre schlimmer als die Lehman-Pleite, sagen die Ökonomen der Investmentbank HSBC. "Deutschlands Banken wären pleite, ein Kollaps der Kreditvergabe die Folge", sagt auch Christian Schulz, Volkswirt der Berenberg Bank. Institute müssten wohl von den Steuerzahlern gestützt werden. Und auch in den Bilanzen deutscher Versicherungen würden große Löcher klaffen. Besonders Rückversicherer, die Ausfallverträge auf Staatsanleihen bieten, würden in die Pleite gerissen. "Zugesicherte Leistungen könnten nicht mehr erbracht werden", warnt Kater. Sparer müssten um ihre private Rente bangen - die Regierung wäre auch hier gefragt. Der deutsche Schuldenstand würde infolge von Rezession, Bankenhilfen und Kompensationszahlungen regelrecht explodieren.