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23.07.2011, 20:58
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Terror in Norwegen:
Festgenommener legt Teilgeständnis ab
Die Zahl der Toten der Anschläge steigt weiter. Laut Polizei gibt der festgenommene Verdächtige zu, auf Utøya geschossen zu haben. Beamte brauchten 40 Minuten, um die Insel zu erreichen und den Attentäter zu stoppen.
Der mutmaßliche Täter der Anschläge von Norwegen hat nach Angaben der Polizei ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe zugegeben, auf der Insel Utøya mit Waffen geschossen zu haben. Der Schütze habe am Freitag 90 Minuten lang auf Jugendliche auf der Insel geschossen. Ein Polizeisprecher sagte, die Polizisten hätten 40 Minuten gebraucht, um Utøya zu erreichen, wo sich das Blutbad ereignete. Der Schütze habe nach dem Eintreffen der Polizei auf der Insel sofort aufgegeben. Der Verdächtige stehe im "Dialog" mit der Polizei, die Vernehmungen seien aber schwierig, hieß es.
Bei der Schießerei auf Utoya wurden mindestens 87 Menschen getötet. Wenige Stunden zuvor waren bei einer Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Detonation sei durch eine Autobombe verursacht worden, teilte
die Polizei mit. Die Zahl der bei dem Doppelanschlag getöteten Menschen könnte noch steigen, da noch Schwerverletzte in Krankenhäusern behandelt werden und unklar ist, ob alle Toten geborgen worden waren.
Nach Ansicht der Ermittler ist der festgenommene Mann sowohl für die Explosion in Oslo, als auch für das Massaker im Jugendlager der regierenden sozialdemokratischen Partei auf der Insel Utøya verantwortlich. "Er ist offensichtlich eiskalt. Aber so nah an die Regierung heranzukommen ist einfach. Die Straßen sind in dieser Gegend offen", sagte der Polizist. Die norwegische Justiz ermittelt offiziell gegen den festgenommenen 32-Jährigen wegen der Durchführung von Terrorakten.
Es herrscht jedoch weiter Unklarheit darüber, ob es womöglich einen zweiten Täter gegeben haben könnte. Eine norwegische Nachrichtenagentur hatte zunächst berichtet, die Polizei prüfe Augenzeugenberichte, wonach es auf der Insel einen zweiten Schützen gegeben haben soll. Dieser soll angeblich nicht als Polizist verkleidet gewesen sein. Gegenüber dem norwegischen Fernsehsender NRK dementierte die Polizei jedoch, dass sie konkret nach weiteren Verdächtigen suche. "Wir prüfen alle Eventualitäten, aber wir suchen nach niemandem konkreten", sagte ein Polizeivertreter.
Bei dem teilweise geständigen Festgenommenen handelt es sich norwegischen Medien zufolge um den 32-Jährigen Anders Behring B.. Nach Angaben der Polizei haben die Taten einen rassistischen und islamfeindlichen Hintergrund.
"Eine paradiesische Insel wurde zur Hölle"
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FTD.de, 23.07.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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