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Merken   Drucken   07.04.2005, 11:30 Schriftgröße: AAA

Testament des Papstes umstritten  

Fünf Jahre vor seinem Tod soll Papst Johannes Paul II. einen Rücktritt erwogen haben, wie er seinem Testament anvertraut hat. Aber es gibt auch andere Interpretationen.
Hunderttausende stehen Schlange, um den Papst zu sehen   Hunderttausende stehen Schlange, um den Papst zu sehen
Als der Papst in seinem Testament über das Jahr 2000 reflektiert, schreibt er: "Und jetzt, in dem Jahr, indem mein Leben das achtzigste Jahr erreicht ("octogesima adveniens"), muss man sich fragen, ob es nicht Zeit ist, mit dem biblischen Simeon zu sagen: 'Nunc dimittis'."
In ersten Interpretationen des Schriftstücks hatte es geheißen, der Papst habe damals ernsthaft erwogen, sein Amt niederzulegen. Als Anlass habe er seinen 80. Geburtstag und den Beginn des neuen Jahrtausends genannt. Der Papst litt bereits an der Parkinsonschen Krankheit. Doch das Zitat ist auch anders zu verstehen. Es stammt aus dem Lukasevangelium, Kapitel 2. Darin ist vom frommen Simeon die Rede, dem der Heilige Geist versprochen hatte, dass er nicht sterben werde, bevor er den Erlöser gesehen habe." Das lateinische "nunc dimittis" ("nun entlässt du") wird hier im Sinne des Sterbens Simeons verwandt. So dürfte es auch der Papst verstanden haben.
15-seitiges Dokument
In dem Dokument verfügt der Papst, dass er keine materiellen Güter hinterlässt. Auch ordnet er an, dass alle persönlichen Schriften verbrannt werden sollen. Zum Fall seines Todes erklärte der Papst, dass er die Möglichkeit einer Bestattung in seinem Heimatland Polen erwogen habe. Dann habe er aber beschlossen, die Entscheidung darüber dem Kollegium der Kardinäle zu überlassen. Diese bestimmten, dass Johannes Paul am Freitag in den Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom beigesetzt werden soll.
Dank der "göttlichen Vorsehung" sei während des Kalten Krieges eine nukleare Konfrontation verhindert worden, heißt es weiter. Das 15-seitige Dokument ist stark theologisch und spirituell geprägt. In einem Kapitel aus dem Jahr 1990 heißt es: "Nach meinem Tod bitte ich um Heilige Messen und Gebete."
Pilgerstrom reißt nicht ab

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