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Merken   Drucken   08.06.2009, 21:15 Schriftgröße: AAA

Teure Bankenrettung: Irland verliert nächste Bonitätsnote  

Devisenhändler haben mit heftigen Euro-Verkäufen auf die Ratingherabstufung von Irlands Staatsschulden reagiert. Die Bonitätsprüfer von Standard & Poor's (S&P) senkten zum zweiten Mal in diesem Jahr das Rating des Landes. von André Kühnlenz und Doris Grass (Frankfurt)
Das Rating liege nun bei "AA", teilte S&P mit. Zudem belegten sie die Staatsbonds mit einem negativen Ausblick. Als Reaktion fiel der Euro zum Dollar auf ein Tagestief bei 1,3806 $ und notierte am frühen Abend bei 1,3912 $, verglichen mit 1,3968 zum New Yorker Schluss am Freitag. Auch zum Pfund Sterling und zum Yen gab die Gemeinschaftswährung nach.
Der S&P-Schritt war zwar von vielen Experten erwartet worden, jedoch nicht, dass die Entscheidung so schnell fallen würde. Erst im März hatte Irland sein Toprating "AAA" verloren. "Das Timing hat uns schon etwas überrascht", sagte Christoph Rieger, Anleiheanalyst bei der Commerzbank-Tochter Dresdner Kleinwort. "Dass S&P so schnell reagiert, ist auch für die Bonitätsnoten einiger anderer Länder etwas beunruhigend", schrieb David Keeble, Stratege bei Calyon. "Das wird die Spreads belasten."
Der Risikoaufschlag (Spread), den Anleger für zehnjährige irische Staatsanleihen gegenüber deutschen Papieren gleicher Laufzeit verlangen, stieg gestern jedoch nur um 2 auf 202 Basispunkte. Seinen Spitzenwert in diesem Jahr und den höchsten Stand seit zehn Jahren hatte der Spread mit 284 Basispunkten am 19. März erreicht. Die Kosten für eine Absicherung gegen einen Zahlungsausfall Irlands über Kreditderivate, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), erhöhten sich gestern um 7,5 auf 222 Basispunkte.
Die Ratingagentur hatte gewarnt, dass Irland weitere Herabstufungen bevorstehen, wenn sich die Lage im Bankensektor verschlechtert. "Wir haben das langfristige Rating Irlands gesenkt, weil wir denken, dass die Kosten im Staatshaushalt für die Unterstützung des Bankensektors signifikant höher ausfallen werden, als wir noch im März erwartet haben", hieß es in der S&P-Mitteilung. So dürfte die Schuldenlast auf mittlere Sicht deutlich steigen.

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