Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.
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Ich finde die Ausführungen von Prof. Tyson wenig hilfreich. Z.B.: die Nachfrage nach Hochschulabsolventen steigt, aber deren Gehalt sinkt. Dafür gibt es sicher eine passende makroökonomische Theorie, die die bestehenden Machtverhältnisse hübsch unbehelligt lässt. Tysons Kollege Gros (hier in der FTD) hält den europ. Sparkurs für richtig, dabei ist das US-Defizit in Prozentpunkten 2 bis 4x größer, gemessen am BIP. Die USA müssen in der Tat sparen und zwar bei ihren irrwitzigen und den Weltfrieden bedrohenden Rüstungsausgaben, die bisher mehr Probleme geschaffen als gelöst haben und den US-Staatshaushalt erdrosseln. (Nebenbei: Ein starker Rüstungssektor verzerrt die Wettbewerbssituation auf vielerlei Art: er liefert keine Produkte für den Innenmarkt und vernichtet Produktivität.) Ferner leiden die USA an nicht-makroökonomischen Negativeffekten: extreme Schulabbrecherquoten, extremem soziale Segregation. D.h. ohne eine gewaltig sich ändernde Sozialpolitik kann sich dieser Koloss nicht aus dem Sumpf ziehen. Aber wir alle wissen, dass in den USA extrem rechte Kräfte eine derartige "geistig-moralische Wende" zu verhindern wissen.