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Merken   Drucken   25.08.2012, 12:37 Schriftgröße: AAA

Treffen Merkel-Samaras: Athener Presse sieht "Eis gebrochen"

Zwar hat Antonis Samaras der Kanzlerin keine Zugeständnisse im Ringen um einen Aufschub für das Griechen-Sparprogramm abgerungen. Aber allein, dass die Kanzlerin dem Regierungschef aus Athen zugehört hat, stellt weite Teile der griechischen Presse zufrieden.
© Bild: 2012 AFP/LOUISA GOULIAMAKI
Zwar hat Antonis Samaras der Kanzlerin keine Zugeständnisse im Ringen um einen Aufschub für das Griechen-Sparprogramm abgerungen. Aber allein, dass die Kanzlerin dem Regierungschef aus Athen zugehört hat, stellt weite Teile der griechischen Presse zufrieden.

Die griechische Presse hat überwiegend positiv bis nüchtern auf das Berliner Treffen zwischen Regierungschef Antonis Samaras und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert. "Guter Anfang - Das Eis ist gebrochen", titelte die Athener Zeitung der politischen Mitte, "Ta Nea", am Samstag. Berlin und Athen hätten zumindest über alle Fragen gesprochen. Die konservative "Kathimerini" analysierte: "Es gibt nun einen Spalt in der Berliner Mauer." Mutige Taten seien "dringend notwendig", etwa die Schließung oder der Verkauf eines großen, defizitären Staatskonzerns.

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Kanzlerin Merkel hatte Samaras am Freitag in Berlin versichert, Deutschland wolle Griechenland im Euro -Raum behalten. Sie zeigte sich überzeugt, dass Samaras die Probleme lösen wolle. Konkrete Hilfen oder einen Aufschub für Athen sagte sie aber nicht zu. Stattdessen forderte Merkel, Griechenland müsse den Worten Taten folgen lassen.

Bei den rechten und linken griechischen Oppositionsparteien stieß das auf Kritik. "Der Ministerpräsident gibt alles und bekommt dafür nichts", urteilte das Linksbündnis Syriza. Die rechten Unabhängigen Griechen warfen Samaras vor, nicht nachdrücklich genug für eine Fristverlängerung eingetreten zu sein. Die rechtsradikale "Goldene Morgenröte" kritisierte, Merkel agiere wie eine "Zinswucherin" und Samaras schweige zu den Tausenden Griechen, die aus Verzweiflung den Tod suchten. Die Kommunistische Partei rief zum Aufstand auf.

Die Presse zeigte sich optimistischer. Berlin sei bereit, zumindest die Ansichten Athens anzuhören, schrieb das Boulevardblatt "Ethnos". Merkel habe Samaras die Botschaft gegeben: "Setzt das Versprochene um, wir warten den Bericht der Kontrolleure ab und sehen, wie es weitergeht."

Ganz auf Parteilinie meinte dagegen die Syriza-Zeitung "Avgi": "Samaras hat alles gegeben und nichts bekommen." Merkel habe nur "Mitleid mit der Bevölkerung" gezeigt und danach die Fortsetzung des Sparprogramms gefordert. Die kommunistische "Rizospastis" propagierte - wie zuvor die Parteiführung - den "Aufstand" gegen den Sparpakt.

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  • dpa, 25.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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