In den Kreisen hieß es, für die Minister sei allenfalls eine leichte Abweichung vom 120-Prozent-Ziel möglich, das nach Ansicht des IWF die Schuldentragfähigkeit signalisiert. Die Euro-Länder wollen aber auch vermeiden, ihr Hilfspaket von 130 Mrd. Euro aufzustocken. IIF-Verhandlungsführer Charles Dallara sprach von einem "noch nie da gewesenen freiwilligen Schuldenschnitt", warnte aber gegenüber der Financial Times (FT), die privaten Gläubiger hätten ihr "maximales" Angebot gemacht.
Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, der als IIF-Präsident zeitweise selbst über den Schuldenschnitt verhandelt hatte, sagte, durch die Umschuldung werde das Prinzip verletzt, dass Staatsanleihen zu 100 Prozent zurückgezahlt werden. "Dafür werden wir einen hohen Preis zahlen müssen, unter anderem in Form höherer Zinsen, die Investoren von vielen Regierungen verlangen werden", sagte Ackermann der Deutschen Presse-Agentur.
Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Andreas Schmitz, warnte in Düsseldorf vor Journalisten vor Gedankenspielen, einen Staat aus der Währungsunion auszuschließen. Die Lage in Griechenland nannte er "wirklich ernst", weil eine Streichung von Schulden nicht ausreiche. Auch die öffentlichen Geldgeber sind unzufrieden mit dem stockenden Reformprozess. Griechenland soll diese Woche mit der Troika die Details eines neuen mittelfristigen Fiskalprogramms beschließen. Zusätzliche Schritte sind laut der FT nötig, um das Haushaltsdefizit um 7 Mrd. Euro zu senken, nachdem 2011 nur Kürzungen um 2 Mrd. Euro erreicht wurden. Die Troika kritisiert, dass unter anderem Privatisierungen nur langsam vorankommen.