Pro
Befürworter glauben, dass der Beitritt zur EU die Demokratie in der Türkei stärkt. Sie sei ein wirksames Mittel, um den islamischen Fundamentalismus weiter zurückzudrängen.
Sie sehen in der EU auch keinen christlichen Bund, sondern eine Wertegemeinschaft. Demnach verdient die Türkei den Beitritt, wenn sie sich den westlichen Werten verpflichtet fühlt.
Die Unternehmer hoffen auf den Wachstumsmarkt Türkei. Die OECD prognostizierte über fünf Prozent Wirtschaftswachstum in diesem und im kommenden Jahr.
Contra
Die wirtschaftliche Lage der Türkei ist eines der wichtigsten Themen, wenn es um die Entscheidung für oder gegen die Aufnahme des Landes in die EU geht. Das Bruttoinlandsprodukt der Türkei liegt unter dem EU-Durchschnitt. Auch das Pro-Kopf-Einkommen ist geringer als in den meisten anderen Staaten der EU. Der Staat würde die wirtschaftliche Lage der EU stark belasten.
Etwa 40 Prozent der türkischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Gerade die Agrarwirtschaft wird durch die EU mit hohen Subventionen unterstützt. Auch hier befürchten die Mitgliedsstaaten hohe Kosten.
Defizite in Menschenrechtsfragen stärken die Zweifel der Mitgliedsstaaten. Obwohl die gesetzlichen Grundlagen für eine Besserung geschaffen wurden, gibt es in der Praxis noch immer Zwangsehen und Folterungen.
Die Türkei liegt zu einem großen Teil auf dem asiatischen Kontinent. Einige Gegner des Beitritts sehen darin die Gefahr, dass nach der Türkei auch andere nicht-europäische Länder aufgenommen werden möchten.
Durch den Beitritt der islamischen Türkei sehen Gegner die christlich-abendländische Tradition der EU gefährdet. Die gemeinsame Basis für eine weitergehende politische Integration entfalle.
Entgegen internationaler Vereinbarungen hat die Türkei noch immer Soldaten auf Zypern stationiert und weigert sich, den unabhängigen Staat anzuerkennen.