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Merken   Drucken   22.01.2012, 17:14 Schriftgröße: AAA

Unglück vor Giglio: Helfer identifizieren deutsches Opfer der "Costa Concordia"

Die Bergungsarbeiten am havarierten Kreuzfahrtschiff werden fortgesetzt. Den Behörden zufolge wurden acht Opfer identifiziert. Der Kapitän wirft der Reederei eine Mitschuld an dem Unglück vor.
Nach dem Kreuzfahrt-Unglück in Italien ist der Polizei zufolge ein deutsches Opfer identifiziert worden. Von acht bisher identifizierten Leichen stamme eine aus Deutschland, sagte ein Carabinieri-Offizier am Sonntag auf der toskanischen Insel Giglio.
Rettungskräfte fanden am Sonntag das 13. Todesopfer des Schiffsunglücks. Laut der Nachrichtenagentur Ansa wurde eine Frau im Bereich des Hecks der havarierten "Costa Concordia" entdeckt. Taucher sollen die Leiche gegen 15.20 Uhr auf Deck sieben gefunden haben.
Das mit 114.500 Tonnen bemessene Schiff war mit mehr als 4200 Menschen an Bord am vergangenen Freitagabend vor der Insel auf einen Felsen gelaufen und liegt seitdem auf einer Schiffseite auf Grund. Bei dem Unglück waren mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 20 Personen, darunter mehrere Deutsche, werden vermisst. Als Schuldigen haben die italienischen Behörden den Kapitän des Schiffs identifiziert, gegen den Haftbefehl wegen fahrlässiger Tötung erlassen wurde.
Der Carabinieri-Kommandant sagte, neben dem identifizierten Deutschen seien vier Franzosen unter den Toten - darunter ein Ehepaar - und je ein Mann aus Italien, Spanien und Ungarn. "Sieben der Opfer sind Männer, eines eine Frau", sagte der Polizeioffizier. Da den Einsatzkräften zum Teil widersprüchliche Angaben über die Anzahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder vorliegen, geht deren Chef Gabrielli weiter von 23 Vermissten aus. Es sei möglich, dass die vier noch unidentifizierten Opfer nicht auf den offiziellen Listen standen. Sie wären demnach zusätzlich an Bord gewesen.
Am Wrack des Luxusliners wurde am neunten Tag nach dem Unfall die Suche nach den Vermissten fortgesetzt, nachdem sich das Schiff in der Nacht wieder bewegt hatte. Am Sonntag wurden diese Bewegungen nicht mehr registriert - das 290 Meter lange Schiff liege so ruhig vor dem Hafen von Giglio wie bereits seit Tagen nicht. Ein Geologe von der Universität Florenz sagte, das Schiff sei in der Nacht teilweise einen Zentimeter pro Stunde abgerutscht. Am Tag wurde diese Bewegung fast komplett gestoppt. "Wir wissen nicht, warum sich das Schiff bewegt hat", sagte der Geologe.
Bergungsarbeiten Die Taucher der "Concordia"
Die Bergungsmannschaften nahmen ihre Suche nach Vermissten in dem Wrack wieder auf. Aus Sicherheitsgründen beschränkte sich die Suche aber zunächst auf die Teile des Schiffes, die aus dem Wasser ragen. Die Taucher müssten der "Concordia" weiter fern bleiben. In der Nacht waren die Arbeiten gestoppt worden.

Teil 2: Kapitän Schettino gibt der Reederei eine Mitschuld

  • FTD.de, 22.01.2012
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