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Merken   Drucken   11.05.2012, 19:25 Schriftgröße: AAA

"Verdient, verletzt zu werden": Anarchisten bekennen sich zu Anschlägen auf Adinolfi

Eine Gruppe italienischer Anarchisten bekennt sich in einem Brief zu den Schüssen auf den Atommanager Adinolfi - und kündigt weitere acht Anschläge an.

Eine Gruppe italienischer Anarchisten hat sich zu dem Anschlag auf den Atommanager Roberto Adinolfi am Montag in Genua bekannt. Ein Bekennerschreiben der Gruppe FAI (Federazione Anarchica Informale) scheine authentisch zu sein, teilten am Freitag die ermittelnden Staatsanwälte mit.

In dem Schreiben, das bei der Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" einging, erklärte die FAI, Adinolfi habe es als Chef eines staatlich kontrollierten Atomunternehmens verdient, durch Kugeln verletzt zu werden. Als weiteren Grund für den Anschlag gaben sie an, dass Adinolfi Atomkraft als eine sichere Energiequelle genannt habe.

Am Montag hatte sich ein Schütze auf einem Motorrad Roberto Adinolfi vor dessen Haus in Genua genähert und mit einer Pistole das Feuer eröffnet. Der 59-Jährige ist Chef der zu dem Konzern Finmeccanica gehörenden Atomfirma Ansaldo Nucleare und wurde durch die Schüsse schwer an einem Bein verletzt. Die FAI hat sich in den vergangenen Jahren bereits zu Anschlägen mit Paketbomben in Italien und Deutschland bekannt. Eine der Briefbomben ging an den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in Frankfurt.

Nun drohen die Anarchisten mit weiteren Anschlägen. In dem Bekennerschreiben listen sie acht Namen von angeblich in Griechenland inhaftierten Gesinnungsgenossen auf und künden "eine Aktion für jeden unserer griechischen Brüder" an.

  • dpa, 11.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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