Selbst unter den übelsten Raufbolden gibt es noch eherne Gesetze. Dass man nicht mehr nachtritt, wenn einer schon strauchelt, ist so eines. Ratingagenturen, so sieht es die EU-Kommission, lassen diesen Anstand bisweilen vermissen. Brüssel plant deshalb, der neuen Finanzaufsicht ESMA die Möglichkeit zu geben, die Veröffentlichung solcher Länderratings zu verbieten. Zumindest dann, wenn das betroffene Land schon darüber verhandelt, unter den Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen.
Die Schlägerei mag ein drastischer Vergleich sein, aber wenn man zurückdenkt, verwundert es schon, dass Ratingagenturen Griechenland selbst dann noch Ramschbewertungen hinterherwarfen, als das Land im Grunde schon vom Markt genommen war.
Ein Veröffentlichungsverbot ist dennoch falsch.