"Meine Geduld mit der Industrie ist jetzt zu Ende", sagte Verheugen dem Sender Deutsche Welle. Sollten die Hersteller nicht bald selbst eine Lösung präsentieren, werde die EU-Kommission sie rechtlich zu einheitlichen Ladegeräten zwingen. Inzwischen gebe es keine Sicherheitsgründe mehr, die gegen eine Vereinheitlichung sprächen.
Hintergrund der Initiative ist nach Angaben von Verheugens Sprecher die
EU-weite Harmonisierung von Produktstandards. Informationen des Europäischen Parlaments zufolge gibt es in der Europäischen Union derzeit mehr als 30 unterschiedliche Ladegerät-Typen. Insgesamt seien mehr als 500 Millionen Ladegeräte im Gebrauch.
Der europäische Branchenverband (EICTA) zeigt sich angesichts des Drucks aus Brüssel überrascht. Mit der EU-Kommission sei verabredet, in den kommenden Wochen über einen Fahrplan zur Standardisierung zu verhandeln, sagte EICTA-Direktor Tony Graziano der Deutschen Welle. Es gebe aber weiterhin rechtliche und technische Hindernisse. Die Entwicklung eines einheitlichen Ladegeräts für alle Mobiltelefontypen hält Graziano für unwahrscheinlich, da die Handys unterschiedliche Batterien und Spannungen hätten.