Leere Taschen: Die Europäer kaufen nicht genug
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone ist im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen. Das gab das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Grundlage einer Schätzung bekannt. In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP noch um 0,4 Prozent gewachsen. Investitionen sowie Ein- und Ausfuhren seien gestiegen. Dagegen stagniert der private Konsum.
Trotz der schwachen Wachstumszahlen rechnen Experten der EU- Kommission weiter mit einer Konjunkturbelebung zum Jahresende. Im dritten Quartal werde das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone voraussichtlich zwischen 0,2 und 0,6 Prozent wachsen, sagte die Brüsseler Behörde am Mittwoch voraus. Für die letzten drei Monate des Jahres werde ein Wachstum von 0,4 bis 0,8 Prozent erwartet.
Preise stabil
Der Preisanstieg in der Eurozone lag zuletzt nahe der Zwei-Prozent-Marke, bei der die Europäische Zentralbank die Preisstabilität für gesichert hält. Im August lagen die Verbraucherpreise nach Eurostat-Schätzungen um 2,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Damit lag die Inflationsrate leicht unter dem Wert vom Juli, als die Preise in den zwölf Euro-Ländern um 2,2 Prozent stiegen.
Das Rechenmodell der Kommissionsexperten zur Konjunkturvorhersage beruht auf verschiedenen Wirtschaftsdaten wie den Zulassungszahlen neuer Autos, dem Verbrauch privater Haushalte oder der Tätigkeit in der Baubranche. Im November will die Kommission ihre umfassendere Herbstprognose vorlegen. Auf Grundlage von Eurostat-Zahlen und eigenen Einschätzungen wird die Brüsseler Behörde dann ihre Konjunkturerwartungen für 2006 darlegen.