Staatsbankrott vorerst abgewendet: Griechenlands Finanzminister Venizelos und Ministerpräsident Papademos beim Euro-Finanzminister-Treffen. Foto: Oliver Hoslet
Die Euro-Finanzminister vereinbarten die Einrichtung eines Treuhandkontos. Das klingt freundlicher als Sperrkonto oder gar Sparkommissar. Der Effekt ist aber der gleiche: Die Griechen verlieren die Hoheit über einen Teil ihres Haushaltes. Vor allem die deutsche Seite hatte die Einrichtung eines solchen Kontos gefordert. Frankreich und andere Länder schlossen sich an.
Das Treuhandkonto soll sicherstellen, dass die Griechen zuerst ihre Schulden bedienen. Von dem Guthaben werden Zinsen und Tilgungen beglichen. Damit steht das Geld der Regierung in Athen nicht für andere Dinge zur Verfügung.
Die Griechen hatten sich zunächst heftig gegen die Pläne gesträubt, weil sie sich nicht entmündigen lassen wollten. Zuletzt bröckelte der Widerstand jedoch. Drohungen mit einer bevorstehenden Staatspleite laufen künftig ins Leere. Tun sich künftig Finanzierungslücken auf, muss die Regierung in Athen direkt bei den Staatsausgaben Kürzungen vornehmen.
Zusätzlich wird eine Taskforce von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank dauerhaft nach Griechenland geschickt. Sie soll Hilfe leisten und überwachen, dass die Griechen alle Versprechen einhalten. Im vorläufigen Rettungsfonds EFSF sind von den 440 Mrd. Euro noch 250 Mrd. Euro übrig. Es wird unter anderem darüber diskutiert, dieses Geld auf den ESM zu übertragen.