Sagte die Parlamentswahl per Dekret ab: Mahmud Abbas
Abbas erließ ein Dekret, mit dem er die Wahl auf unbestimmte Zeit verschob. Über einen neuen Wahltermin werde er ebenfalls per Erlass entscheiden, sobald "legale Prozeduren und nationale Konsultationen" abgeschlossen seien, hieß es. Die radikalislamische Hamas-Organisation kritisierte die Entscheidung als Bruch früherer Absprachen.
"Es ist eine Verletzung der internen palästinensischen Vereinbarungen, die die Autonomiebehörde mit den verschiedenen palästinensischen Gruppierungen getroffen hat", sagte ein Hamas-Sprecher am Samstag in Gaza-Stadt. Die Hamas-Bewegung, die erstmals bei den Parlamentswahlen antritt, wirft der regierenden Fatah-Bewegung von Präsident Abbas vor, sie wolle die Abstimmung aus Angst vor einem überwältigen Sieg der Hamas verschieben. Die palästinensischen Gruppierungen hatten sich im März bei einem Treffen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo auf eine Waffenruhe mit Israel und auf Neuwahlen verständigt.
Streit ums Wahlrecht
Das palästinensische Parlament hatte Mitte Mai das neue Wahlgesetz gebilligt. Es sieht ein Parlament mit 132 Sitzen vor, die zu zwei Dritteln nach dem Mehrheitswahlrecht und zu einem Drittel nach dem Verhältniswahlrecht bestimmt werden. Abbas, der sich früher für ein reines Verhältniswahlrecht stark gemacht hatte, muss das neue Gesetz ratifizieren, damit es in Kraft treten kann.