Der ehemalige Diktator, Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier
Nach dem Tod seines Vaters hat Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier dessen Regime in Haiti übernommen. Er herrschte von 1971 bis 1986. Nach seinem Sturz wurden auch seine Schweizer Bankkonten im Wert von 7,6 Mio. Schweizer Franken eingefroren. Duvalier soll Schätzungen der "Financial Times" zufolge während seiner Amstzeit zwischen 300 und 900 Mio. Dollar gestohlen haben.
Seit 1986 versucht Haiti, die Herausgabe des Geldes auf Duvaliers Schweizer Bankkonten per Gericht zu erwirken. Presseberichten zufolge soll es sich um sieben Mio. Franken handeln.
Das Rechtshilfegesuch an die Schweiz wurde 1991 und 2002 abgelehnt, weil gegen Duvalier der Justiz zuvolge kein Strafverfahren vorlag. 2008 versuchte Haiti erneut, die Herausgabe des Geldes zu erreichen. Im Februar 2009 ordnete das Justizministerium in Bern die Aushändigung des Vermögens an. Am 12. Januar 2010, nur Stunden vor dem verheerenden Erdbeben in Haiti, lehnte das Bundesgericht der Eidgenossen den Beschluss jedoch erneut ab.
Erst ein in der Schweiz nur "Lex Duvalier" genanntes Gesetz zur "Rückerstattung unrechtmäßig erworbener Vermögenswerte politisch exponierter Personen" soll die Rückgabe der Millionen ermöglichen. Sie sollen Presseberichten zufolge nicht an Haitis Regierung überwiesen, sondern von der Schweiz in soziale Projekte in Haiti investiert werden. Inzwischen beschloss der Bundesrat des Alpenlandes, Duvaliers Gelder einzuziehen.
Haitis Ex-Diktator bestreitet, Gelder in der Schweiz zu haben. Das dort eingefrorene Millionenvermögen gehöre einer Stiftung. Während seiner 25 Jahre im Exil seien nie Konten von ihm gesperrt worden, sagte er einem US-Fernsehsender.
Das neue schweizerische Gesetz soll künftig sicherstellen, dass gestohlenes Geld an die jeweiligen Länder zurückkgegeben werden kann.