Bei einem Angriff Aufständischer auf ein Militärlager der Internationalen Truppen im Süden Afghanistans sind in der Nacht zum Samstag zwei ISAF-Soldaten getötet worden. Das bestätigte ein Sprecher der internationalen Schutztruppe. US-Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Getöteten um zwei US-Marineinfanteristen, weitere Soldaten seien verletzt worden. Prinz Harry, der sich während seines zweiten Afghanistan-Einsatzes zum Zeitpunkt des Angriffs im britischen Teil des Lagers aufhielt, sei unverletzt geblieben, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Allem Anschein nach galt der Angriff am Freitag nicht ihm persönlich. Ein Taliban-Sprecher sprach von einem Racheakt für das in den USA produzierte Schmähvideo über den Propheten Mohammed.
Auch britische Sicherheitsbehörden glauben nicht an einen Angriff auf den Prinzen. Die Aufständischen seien nicht annähernd in seine Nähe gekommen, berichtete PA am Samstag unter Berufung auf Quellen im Londoner Verteidigungsministerium. Das von Truppen mehrerer Länder genutzte Militärlager liegt in der Provinz Helmand im Süden des Landes. Die Taliban attackierten den amerikanischen Teil Camp Leatherneck mit Panzerfäusten, Granaten und leichten Waffen.
Ein Sprecher der internationalen Schutztruppe Isaf sagte, dabei seien zwei Isaf-Soldaten und 20 Angreifer getötet worden. Der US-Sender Fox News sprach zudem von mehreren verwundeten US-Soldaten. Die Angreifer hätten Gebäude, einen Hangar und mehrere Flugzeuge beschädigt. Dagegen sagte der Taliban-Sprecher, die Mudschaheddin hätten "Dutzende Amerikaner und andere ausländische Invasoren getötet und mehrere Fahrzeuge und Hubschrauber beschädigt".
Prinz Harry war dem PA-Bericht zufolge am Freitag vor einer Woche in Camp Bastion, dem britischen Teil des Lagers, eingetroffen. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe er sich zusammen mit anderen Mitgliedern seiner Apache-Kampfhubschrauber-Einheit in rund zwei Kilometer Entfernung aufgehalten.
Die Nummer drei in der britischen Thronfolge, die an diesem Samstag ihren 28. Geburtstag feiert, war bereits 2008 am Hindukusch stationiert. Der geheime Einsatz war jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen worden, nachdem die Presse darüber berichtet hatte. Diesmal soll "Captain Wales" vier Monate in Afghanistan bleiben.
In Afghanistan gab es am Samstag weitere Tote. Im Süden des Landes wurden nach Nato-Angaben zwei Soldaten erschossen. Informationen über die Nationalität lagen zunächst nicht vor. In der Provinz Helmand starb ein britischer Soldat bei der Explosion einer Bombe. In derselben Provinz richtete eine Bombe am Straßenrand ein Blutbad unter Zivilisten an. Zwölf Mitglieder zweier Familien starben bei der Explosion in ihrem Fahrzeug, darunter sieben Mädchen, wie der Provinzsprecher sagte.