FTD.de » Politik » International » Karsai lässt Frauen wieder vor die Tür

Merken   Drucken   05.04.2009, 18:25 Schriftgröße: AAA

Afghanistan: Karsai lässt Frauen wieder vor die Tür  

Mindestens alle vier Tage Sex, das Haus verlassen nur nach Zustimmung des Ehemanns: Dieses afghanische Gesetz kommt vorerst nicht. Vor der Entscheidung hatte Kanzlerin Merkel mit dem afghanischen Präsidenten gesprochen. von Jason Straziuso (Kabul)
Nach scharfem internationalen Protest tritt ein höchst umstrittenes Ehegesetz in Afghanistan zunächst nicht in Kraft. Präsident Hamid Karsai sagte am Wochenende zu, den Text noch einmal überprüfen zu lassen. Kritiker wenden ein, das Gesetz rechtfertige eine Vergewaltigung in der Ehe. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy  forderten Karsai auf, die Vorlage komplett zurückzunehmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Sonntag mit dem afghanischen Präsidenten über das umstrittene Ehegesetz. Das gab der Präsidentenpalast in Kabul bekannt. Bei dem Telefonat sei es neben den bilateralen Beziehungen auch um das Gesetz gegangen, hieß es in einer Erklärung. Merkel habe Karsai bei ihrem Anruf zudem bei passender Gelegenheit zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen, hieß es weiter. Ein Datum sei aber nicht festgelegt worden. Auf Einzelheiten von Merkels Telefonat mit Karsai ging die Stellungnahme nicht ein.
"Wir haben alle einstimmig verlangt, dass die Rechte der Frauen und Männer von der afghanischen Regierung verteidigt und respektiert werden", hatte Sarkozy beim NATO-Gipfel in Straßburg gesagt. Merkel wies dort den Gesetzentwurf als "nicht akzeptabel" zurück. Er missachte die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier  brachte die Besorgnis der Bundesregierung und der Staatengemeinschaft in einem Telefonat mit seinem afghanischen Kollegen Rangin Dadfar Spanta zum Ausdruck.
Das fragliche Gesetz, das Erinnerungen an Taliban-Zeiten weckt, soll das Familienleben der schiitischen Gemeinschaft regeln. Demzufolge sind Frauen verpflichtet, mindestens alle vier Tage mit ihrem Mann zu schlafen. Dies wird von Menschenrechtsorganisationen als Freibrief zur Vergewaltigung in der Ehe angesehen. Männer dürfen der Vorlage zufolge außerdem ihren Ehefrauen bestimmte Tätigkeiten verbieten oder sie am Verlassen des Hauses hindern.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • AP, 05.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich!

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote