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Merken   Drucken   07.09.2009, 20:03 Schriftgröße: AAA

Afghanistan: Verrat von oben  

Leitartikel Die Berliner Verschleierungstaktik nach dem Luftangriff schadet den deutschen Soldaten. Sie fühlen sich zunehmend von der deutschen Öffentlichkeit im Stich gelassen - und neigen zu Überlastungsreaktionen.
Der Luftangriff auf die beiden Tanklastzüge dürfte als Zäsur in die Geschichte des deutschen Afghanistaneinsatzes eingehen. Zum einen, weil die Operation endgültig vor Augen führt, dass deutsche Soldaten sich in Afghanistan im Krieg befinden. Zum anderen, weil der Umgang mit dem Angriff in der deutschen Einsatzzentrale vor Ort - vor allem aber im Verteidigungsministerium in Berlin - zeigt, dass die Verantwortlichen dieser Lage nicht gewachsen sind.
Das ist dramatisch für Zivilisten, die deshalb getötet werden, aber ebenfalls für die deutschen Soldaten, die am Hindukusch ihr Leben riskieren. Sie fühlen sich zunehmend von der deutschen Öffentlichkeit im Stich gelassen.
Mitverantwortlich dafür ist ausgerechnet ihr oberster Dienstherr, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Seine Taktik des Beschwichtigens, Vertuschens und Verschweigens verstärkt die Abneigung einer großen Mehrheit der Deutschen gegen den Einsatz noch. Wo soll das Verständnis denn auch herkommen, wenn offiziell unablässig versichert wird, dass unsere Jungs hauptsächlich Patrouille fahren, Krankenhäuser bauen und Schulen einweihen?
Wenn die Regierung aber nicht zugeben will, dass sich die Bundeswehr im Krieg befindet, kann sie auch schwer dafür sorgen, dass die Soldaten auf diesen Krieg besser vorbereitet werden. Dabei sind weder Ausbildung noch Ausrüstung auf dem Stand, den der Kampf gegen eine zu allem entschlossene Guerillatruppe erfordert.
In solchen Situationen kommt es dann zu Überlastungsreaktionen. Das ist eine mögliche Antwort auf die Frage, wieso die deutsche Einsatzzentrale den objektiv falschen Luftangriff auf die Tankwagen in jenen Stunden für richtig gehalten hat. Es erklärt aber nicht die katastrophale Kommunikationspolitik des Verteidigungsministeriums in den Tagen danach.
Den deutschen Soldaten ist auch nicht wirklich damit geholfen, dass deutsche Politiker nun sogar noch gegen die Nato-Verbündeten keilen. Sicher ist es richtig, dass die harsche Reaktion des Kommandeurs der Isaf-Schutztruppe, Stanley McChrystal, die Deutschen gründlich bloßgestellt hat. Doch es greift zu kurz, das Vorgehen McChrystals als Retourkutsche für die frühere Besserwisserei der Deutschen bei ähnlich desaströsen Einsätzen der Amerikaner abzutun. Dem US-Kommandeur darf vielmehr ruhig unterstellt werden, dass ihm daran gelegen ist, seine neue Strategie zu retten: Er will den Afghanen versichern, dass die Nato zivile Opfer nur im äußersten Notfall in Kauf nimmt.
Wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag zu dem Angriff äußert, kann sie dabei McChrystals offensives Vorgehen zum Vorbild nehmen. Sie sollte ohne Beschönigungen einräumen, was Sache ist in Afghanistan: dass die Soldaten dort unter extrem schwierigen Bedingungen und ständiger Bedrohung ihres Lebens operieren und dass der deutsche Einsatz noch lange gefährlich bleiben wird. Das wäre immerhin ein erster Schritt.b>
  • Aus der FTD vom 08.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 12.09.2009 10:52:20 Uhr   Melanie Gatzke: Ab in den Krieg, aber bitte nicht schießen

    Typisch deutsch- überall dabei sein, aber bitte ohne Konsequenzen.
    .
    1.Die deutschen Soldaten befinden sich im Krieg. Das muß erst mal zur Kenntnis genommen werden.
    2. Im Krieg entstehen Situationen, die nicht immer klar definierbar sind, die nicht einzuschätzen sind, die eine Entscheidung in Sek. erfordern- Da geht es um-- DU ODER ICH:.
    Also was erwartet man denn?
    Man führt Krieg --und keiner schießt- stirbt- flieht:- flüchtet-greift an- vertreidigt sich - stellt sich offen auf die Straße uns sagt :wir sind alle friedlich?
    Mein Gott Walter, wie dumm sind die eigentlich alle?
    Wer den Krieg befürwortet, den Afghanistan Einsatz will, der muß mit allem rechnen.
    Es war noch nie anders- Im Krieg ist alles möglich. Das Schicksal ist in Gottes Hand.
    Wer damit ein Problem bekommt, der muß den Kreig meiden- beenden..
    Deshalb: --RAUS AUS AFGHAANISTAN:--

    Es ist ein unsinniger, ein unberechenbarer Krieg, der niemals gewonnen werden wird und auch nicht gewonnen werden kann.
    Darüber sollt en sie nachdenken, statt diese armen Schweine von Soldaten , die unter Dauerstress stehen , vor den Kadi zu schleppen.
    Haben die in Berlin im sichern Polstersessel eigentlich eine Ahnung , wie es ist, den Feind nicht erkennenn zu können, aber dennoch überall damit rechnen müssen, eine Granate vor die Füsse zu bekommen und in die Luft zu gehen.? Nein, wahrscheinlich nicht, sonst würden sie nicht so dumm daherreden.
    Wer aber eine andere Strqategie verfolgt, der muß auch bereit sein., dafür Opfer zu bringen. diese Opfer kann man nicht im vorfeld festlegen unsd auch nicht im nachhinein definieren- redchtfertigen oder anfechten- oder gar vor gericht verhandeln. keiner war in diesem Moment dabei, keiner kann das nachvollziehen.
    Vom sicheren hafen aus schlaue sprüche zu klopfen, das ist einfacfh, sich in die nacht in die se Gefahrenzone , wo aus allen löchern jeder schießen kann, zu stellen, das erfordert etwas mehr.
    Alle Kritiker, die jetzt so schlau sind, sollen sich erst mal dieser Gefahr stellen, bevor sie fähig sind, darüber zu urteilen.
    Merkel -Jung und Co- auf in den Kampf- stellt euch mal "nur eine Nacht" dieser Aufgabe. Dazu fehlt euch der Mut und alles, was dafür nötig wäre.

  • 10.09.2009 13:18:05 Uhr   bebbo: Afghanistan
  • 08.09.2009 07:28:01 Uhr   Cthen: Afghanistan
  • 08.09.2009 00:15:31 Uhr   Michael Becker: Verrat von oben
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