Indonesische Hilfsbedürftige strecken den Helfern im Hubschrauber die Hände entgegen
400.000 Acehnesen haben ihr Heim verloren400.000 Acehnesen haben ihr Heim verloren, als die Flut am zweiten Weihnachtstag alles niederwalzte. 130.000 Menschen sind hier gestorben, weitere 120.000 Bewohner werden vermisst. Immer noch sammeln Freiwillige jeden Tag 450 Tote ein, die sie im Gebüsch zwischen Schutt und Schlamm finden.
Nazar muss keine Familienmitglieder beweinen: der Mann, die drei Kinder - alle gesund. Die Frau versucht nun, das Geschehene zu verdrängen, blickt in die Zukunft. Sie würde gern in eine der Holzbaracken für 100 Personen ziehen, in denen dünne Sperrholzwände die Räume trennen. "Es ist besser als in unserer Straße. Da wohnt niemand mehr. In den Baracken haben wir Nachbarn zum Reden." Nazar lächelt und zuckt mit den Schultern. "Ich weiß aber nicht, ob wir in eine Baracke dürfen. Die Informationen sind alle so unklar."
Indonesiens Regierung hat verfügt, dass nur Überlebende, deren Häuser zerstört wurden, in die Baracken dürfen. Aber das Haus der Nazars fiel den Wellen nicht völlig zum Opfer. Die Wände stehen noch. Doch die Existenzgrundlage ist weg. Dort, wo früher die Ziegelei der Familie stand, suchen jetzt Kühe zwischen schwarzem Schlamm und Trümmern nach den wenigen Grashalmen. "Wir haben kein Geld, um die Ziegelei wieder aufzubauen", sagt Nazar, "aber ich habe gehört, dass irgendjemand uns helfen will."