Ein Mann betet auf einer Anhöhe vor Kabul
Fahrzeit fünf Minuten, 40 Sekunden, gleich kommt die Stelle, wo es so oft kracht: der Kreisverkehr an der südlichen Stadteinfahrt von Kandahar. Hier werden die Konvois der Internationalen Schutztruppe (Isaf) immer wieder angegriffen. Die drei olivgrünen Bison-Schützenpanzer der kanadischen Armee rumpeln durch eine enge, von offenen Verkaufsständen gesäumte Straße. Der Richtschütze des Führungsfahrzeuges starrt konzentriert auf den kleinen Monitor, der die Bilder von der Kamera an der Bordkanone zeigt.
Vor dem Aufsitzen hat der Kommandant des Konvois die Besatzung antreten lassen und ihr routiniert eine ganze Liste von Möglichkeiten vorgetragen, in der nächsten halben Stunde ums Leben zu kommen: "Ziel: Kandahar Airfield. Fahrzeit: ungefähr 30 Minuten. Bedrohungen entlang der Route: Selbstmordattentate, Sprengfallen, Angriffe mit Panzerfäusten. Überprüfen Sie, dass Ihre Waffen geladen sind. Viel Glück."
Soldaten umsorgen Zivilbevölkerung
Die Soldaten in der Basis des kanadischen Provincial Reconstruction Teams in Kandahar haben vor allem zivile Aufgaben: Sie helfen, die medizinische Betreuung der Bevölkerung zu verbessern, verteilen Schulsachen, unterstützen den Aufbau der Wasser- und Stromversorgung. Aber auch sie werden zur Zielscheibe, sobald sie ihr Camp verlassen - und mit ihnen alle Afghanen, die die Hilfe der Kanadier annehmen oder mit ihnen kooperieren.
"Wenn es ein Problem gibt, dann hier", sagt einer der Soldaten, ein Frankokanadier aus der Provinz Quebec, als der Bison in den Kreisverkehr einbiegt. Bietet der Panzer Schutz gegen eine Bombenexplosion? "Kommt ganz drauf an, was man darunterlegt", sagt der Mann. Er lacht.