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03.05.2010, 08:30
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BPs große Katastrophe
Wie kein anderer Ölkonzern hat BP seinen Ruf als grünes Unternehmen vorangetrieben. Auch wenn die Verantwortung für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko noch unklar ist - für BP ist das Unglück ein Imagedesaster.
von Matthias Ruch Venice, Louisiana,
Kathrin Werner, Hamburg
und Titus Kroder, London
In den Urlaubsorten Gulfport und Biloxi im Bundesstaat Mississippi feiern die Urlauber am Wochenende die letzten unverseuchten Tage am Strand. In den Shrimp- und Austern-Restaurants ist kein Tisch mehr zu bekommen. "Die Gäste essen, solange es noch was gibt", heißt es. Hotels und Pensionen entlang der Küste verlangen doppelte Preise - und sind vollständig ausgebucht. Viele wollen zum Jazz-Festival in New Orleans, dem größten Musikfest des Jahres, Medienvertreter, Katastrophenhelfer und Soldaten füllen die übrigen Kapazitäten. Die Küste macht noch einmal ein richtig dickes Geschäft - bevor alles zusammenbricht.
Und davon gehen hier derzeit alle aus. Noch halten die Menschen an den Küsten des Golfs von Mexiko vergeblich Ausschau nach dem Öl - doch die Fischer in Venice, am südlichsten Punkt von Louisiana, können es bereits riechen. Seit vergangenem Freitag liegt der Geruch in der Luft. Nun frisst sich das Öl Meter für Meter durch die Sümpfe und Salzmarsche vor dem Festland. Hier leben Meeresschildkröten, Seekühe, Delfine, unzählige Vogelarten. Diese Pflanzen- und Tierwelt wird sterben. Vielleicht schon am Montag, vielleicht in einer Woche.
Umweltkatastrophe
Schwarze Ölbrocken erreichen Louisanas Küste
Seit in der vorletzten Woche die Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko gesunken ist, fließen täglich über 800.000 Liter Öl aus drei Lecks in 1500 Meter Tiefe ins Meer. Alle Bemühungen, das Leck mithilfe von Tauchrobotern zu schließen, scheiterten bislang. 9000 Quadratkilometer soll der Ölteppich im Meer groß sein. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er die Küste in vollem Ausmaß erreicht. "Wenn die Löcher nicht abgedichtet werden, wird das hier die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten", sagt der Meeresbiologe Mobi Solangi vom Marine Life Oceanarium in Gulfport im Bundesstaat Mississippi.
Kursinformationen und Charts
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BP
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Diese Katastrophe könnte für immer mit dem Namen eines Unternehmens verbunden werden:
BP . Ausgerechnet. Das Ölgeschäft ist ein schmutziges Gewerbe, Unfälle und Umweltkatastrophen ereignen sich häufig. Entsprechend schlecht ist der Ruf der Ölmultis. Aber BP wollte anders sein. Wie kaum ein anderes Unternehmen der Branche hat sich BP hartnäckig um ein grüneres Image bemüht. Es war eines der Lieblingsprojekte des einstigen Chefs Lord Browne of Madingley: Er schob die für Jahre angelegte Imagekampagne an, baute das Geschäft mit Solartechniken aus, sorgte für ein freundliches Logo mit einer grün-gelben Sonne und deutete gar den Firmennamen um: BP, das sollte nicht mehr British Petroleum heißen, sondern "Beyond Petroleum", jenseits des Öls.
Nun gerät die Umweltkatastrophe für BP nicht nur zu einem finanziellen GAU, sondern auch zu einem Imagedesaster. Noch ist die Verantwortung für das Unglück unklar; noch kann niemand sagen, ob das Schweizer Unternehmen Transocean schuld ist, das die Plattform betreibt, oder der BP-Konzern, der hier die Bohrlizenz hat. Bis die Ursache klar ist, können Monate vergehen. Doch selbst wenn sie sich als Transocean-Fehler entpuppt, die Imagekrise wird BP treffen.
Tagelang haben die Verantwortlichen das Ausmaß des Desasters unterschätzt, jetzt schaltet sich Präsident
Barack Obama ein - und nun versucht auch Konzernchef Tony Hayward zu retten, was zu retten ist. Er hat die Ölpest zur Chefsache erklärt. Es ist die größte Herausforderung seiner bislang makellosen Karriere.
Teil 2: Hayward trat mit großen Versprechen an
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Aus der FTD vom 03.05.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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