Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger: "Eine sichere Rente ist ein Teil des amerikanischen Traums"
Es sind Leute wie er, die Schwarzenegger bei seinem Plan im Visier hat. "Eine sichere Rente ist ein Teil des amerikanischen Traums", sagt der republikanische Politiker - und hält sich nicht mit Träumen auf. Schwarzenegger hat sich einen Vorschlag des demokratischen Senators Kevin de Leon zu eigen gemacht: Künftig will er allen Bürgern seines Staates ein geregeltes Einkommen im Alter garantieren. Und das ganz ohne zusätzliche Kosten - weder für die Arbeitgeber noch für den Staat. Wie das gehen soll? Mit Hilfe von Calpers, einem der größten Pensionsfonds der Welt.
Ausgerechnet Calpers! Jahrelang hat Schwarzenegger den Fonds unter Druck gesetzt, immer wieder versucht, dessen Einfluss zurückzudrängen. Zu politisch, zu gewerkschaftsnah, lautete das Urteil des Gouverneurs. Aber jetzt spielt Calpers plötzlich eine Schlüsselrolle im Plan des gebürtigen Österreichers. Der rund 250 Mrd. $ schwere Fonds, der sich bisher ausschließlich um die Altersversorgung der kalifornischen Staatsdiener kümmerte, soll sich nun auch für private Angestellte und Unternehmen öffnen. Um allen diesen neuen Beitragszahlern einmal eine sichere Rente zu bieten.
Wenn in den kommenden Tagen Kaliforniens Senat dem Gesetz zustimmt und die US-Börsenaufsicht SEC keine Einwände hat, dann können auch die sechs Millionen Kalifornier, die bisher nicht über den Betrieb rentenversichert sind, fürs Alter vorsorgen. "Das ist wirklich ein Gewinn für alle - sowohl für die Menschen mit ihren kleinen Geschäften als auch die Angestellten", triumphiert Schwarzenegger.
Womöglich wäre es sogar der Start einer Revolution im nationalen Rentensystem. Schließlich haben 70 Millionen US-Arbeitnehmer bis heute keine betriebliche Altersvorsorge. Macht das Modell Schwarzenegger bald im gesamten Land Schule? Werden 70 Millionen Menschen eine Chance bekommen, über die minimale staatliche Grundrente hinaus für die Zeit nach dem Berufsleben vorzusorgen?