Sachen gepackt: Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses verlässt den Westflügel des Regierungssitzes
Seit Wochen studiert White das "Plum Book", ein pflaumenfarbenes Buch, in dem auf 210 Seiten die rund 7000 Posten aufgelistet sind, die es in einer US-Regierung so gibt. Vom Redenschreiber des Präsidenten bis zum Mittelstandsspezialisten im Energieministerium. Mehr als 3000 dieser Stellen werden mit dem Ende der Regierung von George W. Bush frei. Da könnte doch auch etwas für Wendell White dabei sein. Familie oder Freunde hat er zwar keine in der rund 1000 Kilometer entfernten Hauptstadt, doch seine Ehefrau hat er schon überredet: Wenn er eine Chance bekommt, zieht die Familie dorthin. White will seinem Präsidenten dienen.
Kommende Woche wird Barack Obama sein Amt antreten. Die Zeremonie wird seit langer Zeit generalstabsmäßig vorbereitet - es soll der perfekte Übergang sein, akribisch organisiert, orchestriert und zelebriert. Für Washington ist es eine Zäsur: Acht lange Jahre war die Stadt in der Hand der Republikaner. Nun herrscht Aufbruch, die Euphorie des Wandels, neue Leute zieht es in die Hauptstadt, Posten werden besetzt. Ein Macht- und Wachwechsel.
Während die einen auf einen neuen Anfang hoffen, geht für andere ein Lebensabschnitt zu Ende. "Am 20. Januar ist alles vorbei. Mit dem Beginn der Amtseinführung ist unser Job erledigt", sagt Babs Chase.
Schon vergangene Woche hat sie Abschied gefeiert, ihr Büro ist leer bis auf einen großen Blumenstrauß auf dem Schreibtisch. Chase war zuletzt im Außenministerium für die Betreuung ausländischer Journalisten zuständig - mit ihnen erlebte sie das Wahlkampfjahr. Zuvor war sie im Pentagon, organisierte die Öffentlichkeitsarbeit für die Truppen im Irak. "Es war ein Sitz in der ersten Reihe der Geschichte", sagt sie.