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Merken   Drucken   13.01.2009, 19:24 Schriftgröße: AAA

Agenda: Feurige Übernahme des Weißen Hauses

Dossier Es wird ein perfekt organisierter Machtwechsel: Kommende Woche zieht Barack Obama ins Weiße Haus. Damit beginnt auch für Tausende Amerikaner ein neuer Lebensabschnitt - sie bewerben sich emsig auf Regierungsjobs. In Washington herrscht eine einzigartige Aufbruchstimmung. von Sabine Muscat (Washington)
Für Barack Obama  ist Wendell White kein Weg zu weit. Er würde für den neuen US-Präsidenten sogar aus Georgia weggehen, seiner Heimat, wo er mit seiner Frau und seiner 13 Monate alten Tochter lebt. Denn seit er als Obamas Helfer in den Wahlkampf gezogen ist, lässt den 39-Jährigen die Botschaft des neuen Präsidenten nicht mehr los. Change!
White, selbst Afroamerikaner, ist Kreditberater. Jetzt will er mithelfen, wenn Obama anfängt, das Land zu regieren. Er hofft, dass Obama seine Branche transparenter macht: "Das ist mein Mann", sagt er.
Sachen gepackt: Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses verlässt den ...   Sachen gepackt: Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses verlässt den Westflügel des Regierungssitzes
Seit Wochen studiert White das "Plum Book", ein pflaumenfarbenes Buch, in dem auf 210 Seiten die rund 7000 Posten aufgelistet sind, die es in einer US-Regierung so gibt. Vom Redenschreiber des Präsidenten bis zum Mittelstandsspezialisten im Energieministerium. Mehr als 3000 dieser Stellen werden mit dem Ende der Regierung von George W. Bush frei. Da könnte doch auch etwas für Wendell White dabei sein. Familie oder Freunde hat er zwar keine in der rund 1000 Kilometer entfernten Hauptstadt, doch seine Ehefrau hat er schon überredet: Wenn er eine Chance bekommt, zieht die Familie dorthin. White will seinem Präsidenten dienen.
Kommende Woche wird Barack Obama sein Amt antreten. Die Zeremonie wird seit langer Zeit generalstabsmäßig vorbereitet - es soll der perfekte Übergang sein, akribisch organisiert, orchestriert und zelebriert. Für Washington ist es eine Zäsur: Acht lange Jahre war die Stadt in der Hand der Republikaner. Nun herrscht Aufbruch, die Euphorie des Wandels, neue Leute zieht es in die Hauptstadt, Posten werden besetzt. Ein Macht- und Wachwechsel.
Während die einen auf einen neuen Anfang hoffen, geht für andere ein Lebensabschnitt zu Ende. "Am 20. Januar ist alles vorbei. Mit dem Beginn der Amtseinführung ist unser Job erledigt", sagt Babs Chase.
Schon vergangene Woche hat sie Abschied gefeiert, ihr Büro ist leer bis auf einen großen Blumenstrauß auf dem Schreibtisch. Chase war zuletzt im Außenministerium für die Betreuung ausländischer Journalisten zuständig - mit ihnen erlebte sie das Wahlkampfjahr. Zuvor war sie im Pentagon, organisierte die Öffentlichkeitsarbeit für die Truppen im Irak. "Es war ein Sitz in der ersten Reihe der Geschichte", sagt sie.

Teil 2: 350.000 wollen für Obama arbeiten

  • Aus der FTD vom 14.01.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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