Bundeskanzlerin Angela Merkel
Gewöhnlich findet Michael Glos für seine Gegner harsche Worte. Diesmal allerdings hält sich der Bundeswirtschaftsminister zurück. Einen "lieben Freund" nennt er seinen russischen Amtskollegen German Gref auf der Hannover-Messe und lobt die Reformen der Moskauer Regierung. Überhaupt, die gute Nachbarschaft: "Es ist gut, einen rohstoffreichen Nachbarn zu haben", flötet Glos. Und Klaus Mangold, Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft sagt, es sei wohl "in gewissem Maß zu einer unfairen Diskussion" gekommen.
Der eigentliche Adressat der deutschen Liebeserklärungen sitzt derweil auf dem Podium und blättert in einem Manuskript: Dmitrij Medwedjew, ein wichtiger Mann im neuen Russland. Der alte Weggefährte von Russlands Präsident Wladimir Putin ist stellvertretender Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzender des russischen Energiekonzerns
Gasprom .
Merkel kann nicht auf Konfrontation setzen
Es ist Deutsch-Russischer Wirtschaftstag auf der Messe, und groß sind die Bemühungen, die Wogen der vergangenen Tage zu glätten. Schließlich haben die rohstoffreichen Nachbarn vor wenigen Tagen unverhohlen damit gedroht, die Gaslieferungen nach Westeuropa zu reduzieren. Und außer ein paar entrüsteten Worten haben die verdutzten Deutschen dem nichts entgegenzusetzen.