Iranische Frauen demonstrieren in Isfahan für das Recht zur Nutzung von Nukleartechnik
"Der Iran muss als Atommacht anerkannt werden", fordert der Politveteran mit erhobenem Zeigefinger. Die Urananreicherung zu suspendieren, wie der Uno-Sicherheitsrat fordert, komme nicht in Frage: "Wir haben sehr viel investiert." Ein modernes Land brauche nun mal die Forschung - gerade im Nuklearbereich.
Die Mehrheit der Bevölkerung in der Islamischen Republik steht in der Atomfrage hinter dem Präsidenten. "Wir haben ein Recht darauf", ist der häufigste Satz, den man in Teheran hierzu hört. Die mit Tschador verschleierte Ordnerin beim Freitagsgebet an der Universität Teheran pocht genauso auf diesem "Recht" wie der junge Computerprogrammierer im schicken, wohlhabenden Norden der Stadt. "Präsident Ahmadinedschad ist peinlich, und wir machen Witze über ihn", sagt dieser, "aber ein friedliches Atomprogramm kann uns niemand verbieten."
Symbol für Führungsstärke
Für die Iraner ist ihre Nuklearforschung das Symbol für ihre Ambitionen, Führungsmacht in der Region, vielleicht sogar zum Global Player zu werden. Die Mehrheit steht nicht hinter den Auslöschungsfantasien ihres Präsidenten. Aber wenn Ahmadinedschad verkündet, die Nation wolle in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ganz oben mitspielen, stößt das selbst bei der Opposition auf Zustimmung.
Erst in der vergangenen Woche erklärte der Präsident erneut ohne jeden Anflug von Bescheidenheit, der Iran werde zu einem "brillanten Vorbild" für die Welt. Die Stärke und Unabhängigkeit des freien Iran gegenüber den dominierenden Mächten des Westens - allen voran dem "großen Satan" USA - beeindrucke Menschen rund um den Globus. Die Feinde der Nation hingegen seien "besorgt, dass die iranische Jugend trotz der ihnen auferlegten Restriktionen Fortschritte im wissenschaftlich-technologischen Bereich erzielt".