Grenzpolizisten in Arizona laden verdächtige Einwanderer in Busse, um sie in Untersuchungshaft zu bringen
Sie sind verängstigt, bereit zur Flucht. Ende November trieben hier 40 Polizisten zu Pferd die Tagelöhner auseinander. Der Chef eines Möbelhauses hat den Sheriff angerufen, weil sich seine Kundinnen von den Männern belästigt fühlten. "Wir werden immer häufiger von Leuten beschimpft", sagt Joaquin, ein Mittdreißiger aus dem mexikanischen Guadalajara: "Dreckiger Latino! Hau ab nach Mexiko!" Und immer seltener hält jemand an, der Arbeit bietet. "Ich ziehe weiter nach Nevada", sagt er. "Dort fragt niemand nach deinen Papieren."
In den USA, dem gelobten Einwanderungsland, leben und arbeiten rund zwölf Millionen Menschen ohne gültige Dokumente. Sie stammen meist aus Mexiko und anderen Ländern Lateinamerikas, haben bei Nacht und Nebel - und nicht selten unter Lebensgefahr - die Grenze überquert. Früher wurden sie als billige Arbeitskräfte begrüßt oder wenigstens geduldet. Doch die Stimmung hat sich gedreht: Die Mehrheit der Amerikaner, zeigen Umfragen, will die Illegalen loswerden. Rechtsradikale Gruppen schüren Ängste, warnen vor einer "Invasion feindlicher Horden". "Illegal Aliens", wie sie die Immigranten nennen, "nehmen zuerst unsere Jobs, dann unser Land", heißt es in Flugblättern des National Vanguard.