Diese Frauen und Männer sind jedoch alles andere als harmlos. An den breiten Schärpen und Gürteln über ihren Guerillauniformen tragen sie Handgranaten, an die Wand sind die Kalaschnikows gelehnt. Die hübsche Özgür, eine Kurdin aus Syrien, riss mit zwölf Jahren zu Hause aus. "Als Kind wollte ich Ärztin werden", sagt die 21-Jährige. Erst bei der PKK habe sie lesen und schreiben gelernt, erzählt sie.
Und natürlich lernte sie den Umgang mit Waffen und bekam die obligatorischen Propagandalektionen. Ganz oben auf der Lektüreliste stehen die Schriften von "Apo", dem seit 1999 im Gefängnis sitzenden Parteichef Abdullah Öcalan, der von seinen Anhängern wie ein Heiliger verehrt wird.
Der Drill der PKK ist hart - morgens um sechs aufstehen, Schulung, Training, Nachschub besorgen, Verstecke ausbauen, Wintervorräte anlegen, Lagebesprechungen. Zurück zur ihrer Familie, ein normales Leben führen? "Nein, Apo ist für mich wie ein Vater", sagt Özgür mit jugendlicher Schwärmerei. "Meine Familie ist die Guerilla." Die Männer auf der Terrasse - Kurden aus der Türkei, dem Iran und Irak - sehen es ähnlich. "Hier bin ich frei", sagt Heval Hamza aus der türkischen Stadt Diyabakir. "Uns fehlt es an nichts."