Schwierigkeiten an Europas GrenzenNoch weniger funktioniert die Abstimmung des Kampfes gegen den Terror mit den Behörden anderer Länder, die außerhalb der EU-Grenzen liegen - wie etwa der Türkei. "Europol kann mit zuständigen Behörden von Drittstaaten im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiten", sagt der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion des europäischen Parlaments, Hartmut Nassauer. Für die Zusammenarbeit mit der Türkei habe Europol bislang jedoch noch keine Befugnisse. "Man muss sich nun die Frage stellen, ob man die Zusammenarbeit auch auf die Türkei ausweitet", fordert Nassauer.
Die europäischen Spitzenpolitikern übten sich am Donnerstag nach den erneuten Anschlägen in Istanbul in Beileidsbekundigungen und neuen Absichtserklärungen. "Für solch einen barbarischen Akt gibt es keinerlei Rechtfertigung", ließ Kommissionspräsident Romano Prodi erklären.
EU-Chefdiplomat Javier Solana verurteilte "die terroristischen Angriffe in Istanbul aufs Schärfste". Die EU sei entschlossen ihren Teil im Kampf gegen den Terror beizutragen, selbstverständlich mit der Türkei, einem Land, "das uns sehr nahe steht." Und der deutsche Außenminister Joschka Fischer forderte: "Die internationale Gemeinschaft muss gegen die Bedrohung durch den Terror viel enger zusammenarbeiten."
Doch bislang sind in den europäischen Hauptstädten und den Brüsseler Institutionen vor allem viele Papiere produziert worden, in denen immer wieder das gemeinsame Ziel beschworen wird, die EU als "Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts" zu schützen. Auf viel mehr als eine Liste terroristischer Organisationen und eine gemeinsame Definition, was Terrorismus überhaupt ist, konnten sich die EU-Staaten aber bislang nicht verständigen.